Nutztiere
Allgemeines
Bei Nutztieren und deren Haltung steht der ökonomische Aspekt im Vordergrund. Ihr Nutzen als Transport- oder Arbeitstiere ging durch die zunehmende Industrialisierung, die in den letzten Jahrzehnten vor allen Dingen in Europa Einzug hielt, zurück, wohingegen sie in Ländern wie Indien oder anderen Ländern der Dritten Welt nach wie vor von unermesslichem Wert sind. Nutztiere sind Rohstoff- und Nahrungslieferanten und der Mensch zieht großen Nutzen aus Fleisch, Fell, Wolle, Milch, Knochen etc. der Tiere.
Dennoch befindet sich die Nutztierhaltung in einem Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Erfordernissen und gesellschaftlichen Erwartungen und Wünschen. Die Betriebe werden durch den zunehmenden Wettbewerb und das preisbewusste Einkaufsverhalten der Verbraucher gezwungen, ihre Produktionskosten fortlaufend zu senken und sehen sich auf der anderen Seite den heutigen Produktionsmethoden der Nutztierhaltung gegenüber, die nur selten den Anforderungen von Tierschützern entsprechen.
Bei der Nutztierhaltung spielt die Zuneigung zwischen Tier und Mensch eine eher untergeordnete Rolle und man unterscheidet zwischen verschiedenen Haltungsformen.
Konventionelle Nutztierhaltung
Die auch traditionelle oder historisch genannte Tierhaltung ist die am weitesten verbreitete Form der Bewirtschaftung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Charakteristisch ist der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln und Wirtschafts- sowie Kunstdüngern. Die Tierhaltung geht stark in Richtung Massentierhaltung und Spezialisierung, z.B. auf Geflügelzucht oder Schweinemast; Milchwirtschaft herrscht vor. Daher sind die erwirtschafteten Erträge höher als in sogenannten ökologischen bzw. alternativen Systemen.
Man spricht bei der konventionellen Nutztierhaltung von einem offenen Stoffkreislauf, zu dem die vier Komponenten Düngemittel, Tierhaltung, Futtermittel und Pflanzenbau zählen. Das bedeutet, dass aufgrund der nicht flächengebundenen und stark überhöhten Tierhaltung Futtermittel oft zugekauft werden müssen und ein Überschuss an Gülle produziert wird, für den zusätzliche Felder angemietet werden müssen, um sie zu entsorgen; vorhandene eigene Felder haben meist schon ihre nötige Nährstoffgrenze erreicht.
Da aus der konventionellen Nutztierhaltung bzw. neben ihr alternative Bewirtschaftungsformen entstanden sind, ist der Begriff der traditionellen Haltung heute negativ belegt. Denn im Gegensatz zur konventionellen Nutztierhaltung sind die Landwirte alternativer Bewirtschaftungssysteme Verfechter des geschlossenen Systems, bei dem sich alle vier relevanten Komponenten möglichst die Waage halten.
Konventionell arbeitende Landwirte halten sich nicht an die Regeln der ökologischen Tierhaltung, sondern an gesetzliche Regeln, die die Umweltverträglichkeit von Haltung und Produktion vorschreiben. So sind, um nur wenige Beispiele zu nennen, nach Futtermittelrecht Zukaufsfuttermittel und Futterzusatzstoffe erlaubt, u.a. auch synthetische Aminosäuren und Enzyme, die auch gentechnisch hergestellt sein können.
Massentierhaltung / Industrielle Tierhaltung
Massentierhaltung meint die technisierte Form der Nutztierzucht und Viehhaltung zur massenhaften Erzeugung tierischer Produkte wie Fleisch, Milch oder Eiern durch Haltung von vielen Tieren derselben Art auf sehr begrenztem Raum.
Vorteile der Massentierhaltung sind Produktivitätssteigerungen, die wiederum zu sinkenden Kosten für Erzeuger als auch Verbraucher führten. So wurden in den reichen Ländern Fleisch, Milch und Eier zu täglichen Nahrungselementen.
Dennoch bringt der Begriff Massentierhaltung sehr oft tierquälerische Formen der Tierhaltung mit sich, so z.B. die Käfighaltung von Legehennen, die Haltung von Masthähnchen und Puten und bestimmte Formen der Kälber- und Schweinemast, bei der viele Tiere im Dunkeln angebunden aufgezogen werden und bis zur Schlachtung kein Tageslicht sehen.
Ein landwirtschaftlicher Betrieb gilt auch als Massentierbetrieb, wenn er industriemäßig produziert und entsprechend strukturiert ist. Hierbei handelt es sich oft um Kapitalgesellschaften mit weit verzweigten Betrieben und Zusatzfirmen (Schlachthof), bei denen ökologische Zielsetzungen eine untergeordnete Rolle spielen und nur im Rahmen rechtlich angeordneter Vorschriften befolgt werden.
Der Einsatz von Chemie im Stall ist bei nicht tiergerechter Haltung leider oftmals die Regel. Krankheitserreger haben leichtes Spiel, so sind Klauenschäden aufgrund zu geringer Bewegungsmöglichkeiten sowie Euterentzündungen nur mit Medikamenten in den Griff zu kriegen. Antibiotika werden dem Futter prophylaktisch beigemengt und dienen nebenbei auch noch dem schnelleren Fleischzuwachs und einem dickeren Geldbeutel. Antibiotika im Fleisch tragen aber auch dazu bei, dass der Mensch mehr und mehr resistent wird und ihm im Krankheitsfall oftmals nicht wirksam geholfen werden kann. Daher fordern nicht nur Tierschützer ein Verbot des Einsatzes von Antibiotika in der Tiermast. Fortpflanzung findet in der Rinderzucht zu 98 % mit künstlicher Besamung statt und Tiertransporte werden mit dem Argument der kurzen Wege gerechtfertigt. Scheinbar können die meisten Landwirte heutzutage nur noch mit dem Weltmarkt konkurrieren, wenn sie so arbeiten. Immerhin erzeugt ein einzelner Landwirt heute so viel wie noch vor zwanzig Jahren vier Bauern.
Die Massentierhaltung geriet in den letzten beiden Jahrzehnten und leider auch immer wieder in der jüngeren Vergangenheit in die Negativschlagzeilen, da es teilweise erschreckend skandalöse Missachtungen bezüglich der Haltung gab und gibt. Die Intensivierung der Landwirtschaft blieb nicht ohne Folgen für uns alle. Der Rinderwahnsinn, auch BSE (Bovine Spongiforme Encephalopathie) genannt, hat uns die Auswirkungen dramatisch vor Augen geführt.
Deshalb hat die Europäische Union durch zahlreiche Erlässe und Haltungsverordnungen dieses Thema zur Chefsache gemacht und die Betreiber von Massentierzuchten - im Sinne einer Selbstverpflichtung – aufgefordert, aufgestellte Kriterien anzuerkennen, um einerseits die Tiere entsprechend artgerecht zu halten und andererseits den Verbrauchern Sicherheit zu geben, da sich in Zeiten der Verbraucherverunsicherung wirtschaftlicher Erfolg nur noch so einstellt.
So werden Stalleinrichtungen genauestens geregelt und in den Dienst der Tiere gestellt. Die Tierhaltung auf sog. Spaltenböden soll so hoffentlich bald der Vergangenheit angehören. Denn, dadurch, dass die Tiere ihre Exkremente selbst in die Güllekanäle treten, atmen sie den Schadgasgehalt ein, was sehr häufig zu Atemwegsproblemen und entzündeten Augen führt. Laufställe für Kühe mit Hörnern wurden bzw. werden eingeführt, Beschäftigungsmöglichkeiten für Sauen, tiergerechte Melkstände und weiche trittsichere Beläge im Laufstall, um nur einige wenige zu nennen.
Die Selbstverpflichtung fordert jedoch ein hohes Maß an Selbstverantwortung, Weitblick und Nachhaltigkeit.
Ökologische / biologische Nutztierhaltung
Ziel der ökologisch / biologischen Nutztierhaltung ist das berechtigte menschliche Interesse an der Tierhaltung mit den Bedürfnissen und Interessen der Tiere und Natur (ökologische Vielfalt) unter Bewahrung bäuerlicher Traditionen in Einklang zu bringen. Die wichtigste Regel ist der geschlossene Stoffkreislauf und lautet: Gesunder Boden – gesunde Pflanzen – gesunde Kühe – gesunde Milch und gesundes Fleisch. Rassen, die sich ihrem Umfeld am besten angepasst haben, werden bevorzugt. Dabei wird auf Rassevielfalt und Freilandhaltung geachtet, die Fütterung basiert auf möglichst betriebseigenen Futtermitteln und nur wenige spezielle Zusatzstoffe sind zugelassen.
Genaueste Richtlinien geben dieser alternativen Bewirtschaftungsform Mindeststandards für die Produktion und Verarbeitung ökologischer Erzeugnisse als auch für die Tierhaltung vor. So ist der Zukauf von Futtermitteln streng reglementiert und die Verfütterung von Tiermehl und Lebendtiertransporte über lange Strecken sind verboten. Auch wenn es schwer erscheint, so ist es dennoch möglich, artgemäße Haltungsformen mit Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen. Hier fand und findet seit vielen Jahren ein Umdenken statt und viele verzichten aus Gründen der Ethik darauf, preiswerte Massen an Fleisch zu produzieren und haben sich vielmehr darauf verschrieben, qualitativ gute Waren aus artgemäßer Haltung herzustellen. Natürliche Verhaltensmuster von etwa Schweinen werden in ihre Ställe übertragen, indem beispielsweise durch entsprechende Einstreu im Tiefstreustall dem natürlichen Erkundungsverhalten des Schweins mit dem Rüssel Rechnung getragen wird. Kühen wird Auslauf oder Weidegang vorgeschrieben und die Grenzen für Futterzukauf sind eng. Jede Form von Wachstums fördernden oder Ertrags steigernden Mitteln ist verboten und der Zusatz von Aromastoffen nur dann erlaubt, wenn es sich um natürliche Aromen handelt.
Weitere Gründe für ökologische und artgerechte Nutztierhaltung:
- Indem die Tieranzahl der vorhandenen Nutzfläche eines landwirtschaftlichen Betriebes entspricht, werden Bodenüberdüngung und somit Luft- und Trinkwasserbelastung automatisch ausgeschlossen und der Nährstoffkreislauf somit geschlossen halten. Wenn also die Tierhaltung flächengebunden ist und alles verfüttert wird, was aus eigenem Anbau stammt, sind Zukäufe nicht mehr vonnöten und ausschließliches Düngen mit Wirtschaftsdünger ist machbar; alle organischen Substanzen, die in Land- und Forstwirtschaft anfallen, werden entsorgt. So sind tierische Dünger Gülle, Jauche und Mist, wohingegen Stroh, Rindenmulch und andere organische Pflanzenrückstände zu den pflanzlichen Düngemitteln zählen.
- Die Fütterungsbemühungen sind dergestalt, dass sie zum Nutzungskonzept und den damit verbundenen Leistungen der Tiere passen. Hier wurde vorhandenes Potential noch lange nicht voll ausgeschöpft. Dennoch machen ersten Konzepte Mut und man ist bereit, die Herausforderungen der 100 %igen Biofütterung anzunehmen. In der ökologischen Nutztierhaltung werden nicht prophylaktisch Antibiotika dem Futter beigemengt, vielmehr hat der Einsatz von alternativen Behandlungsverfahren (homöopathisch) bei Erkrankungen Vorrang, was sich wiederum auf einen spürbar besseren Fleischgeschmack auswirkt. Denn: Gut gehaltene und gut ernährte Tiere schmecken einfach besser und schaden dem Verbraucher auch nicht, der oftmals bereits Resistenzen gegen Antibiotika aufweist.
- Bei der Massentierhaltung werden oftmals Nahrungsmittel aus Ländern der Dritten Welt importiert, um die vorhandenen Tiermassen zu füttern. Im ökologischen System wird jegliche Nahrung selbst produziert, um nicht Drittländer zusätzlich zu verarmen. Hier gilt das Prinzip: Bewusste Ernährung.
Agrarsubventionen
Das Wort Subvention kommt vom lateinischen Wort „subvenire“ und bedeutet „zu Hilfe kommen“. Subventionen werden landwirtschaftlichen Betrieben als direkte Beihilfen oder in Form von Steuervergünstigungen gewährt, damit sie öffentliche Güter produzieren, die gewünscht werden – wie zum Beispiel eine gut gepflegte Landschaft, die hohen Umweltnormen entspricht. Die Bauern sollen im Sinne von Landschaftspflegern Landschaften attraktiv halten und dafür Sorge tragen, dass Gewässer, Böden und Luft nicht belastet werden.
Aufgrund von Subventionen wurden die EU-Agrarmärkte in der Vergangenheit stark von den Weltagrarmärkten abgeschottet, was zu einer Sicherung des Preisniveaus auf dem Binnenmarkt führte, das oberhalb dem der Weltmarktpreise lag. Der durch Subventionen mögliche gewordene Produktivitätsforschritt ermöglichte es den Landwirten, ihr Angebot bei konstantem Ressourceneinsatz erheblich zu steigern. So kam es zu einem dauerhaften Preisdruck auf den Nahrungsmittelmärkten der EU.
Kritiker fordern nicht nur deshalb eine Reformierung der Subventionspolitik: Die Verteilung der Gelder sei zum einen nicht transparent und erfolge nach dem Gießkannenprinzip. Außerdem sind es nicht die kleinen, extensiv wirtschaftenden und arbeitsintensiven Betriebe, bei denen die Gelder ankommen, sondern Großgrundbesitzer und Nahrungsmittelkonzerne. Der überwiegende Teil der Mittel ist nicht an soziale oder ökologische Kriterien gekoppelt und so gehören die Betreiber von Intensivlandwirtschaften zu den großen Gewinnern der Agrarsubventionen aus Brüssel – ohne gesellschaftliche Gegenleistungen zu erbringen. Im Gegenteil: Durch den offenen Stoffkreislauf dieser auf Massenproduktion ausgerichteten Betriebe werden aufgrund der hohen Erträge erhebliche Umweltschäden angerichtet. So konnte mit den bisherigen EU-Anforderungen weder der Verschmutzung von Gewässern durch Güllebelastung noch dem Rückgang der Artenvielfalt beigekommen werden. Futtermittel werden billigst aus Drittländern zugekauft und somit die Existenzgrundlagen von armen und hungernden Menschen in den so genannten Entwicklungsländern vernichtet, die zudem mit den billigen, subventionierten Lebensmitteln aus der EU am Weltmarkt nicht konkurrieren können.
Die Landwirte, die zur Verbesserung ihres landwirtschaftlichen Einkommens ihren Betrieb vergrößern möchten, müssen den Viehbestand erhöhen, was nur umweltverträglich ist, wenn sie ihre landwirtschaftlichen Flächen erhöhen. Dies hat zu einem scharfen Wettbewerb auf den landwirtschaftlichen Bodenmärkten geführt. Durch die enorm gestiegenen Kauf- und Pachtpreise werden die Einkommen der Landwirte geschmälert und so beißt sich die Katze am Ende in den Schwanz.
Erfahrungsgemäß ist es schwer, einmal bestehende Subventionen zu streichen. Zudem wurde rund ein Viertel der bestehenden Steuervergünstigungen bereits vor 1940 eingeführt. Alleine schon deshalb sind viele Subventionen nicht mehr zeitgemäß und entsprechen schon gar nicht dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Gefordert wird entweder eine Abschaffung von Subventionen oder eine Verwendung zur Förderung, die gezielt auf nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume ausgerichtet und stärker an die Einhaltung umweltschutzbezogener Kriterien geknüpft ist.
Nutztierhaltung in anderen Ländern
In Australien ist die Rinderzucht das zweite Standbein der Landwirtschaft. Aufgrund riesengroßer Weiden laufen Tiere dort frei herum; meistens wird nur die Wasserstelle eingezäunt. Sobald die Dürre kommt, kommen auch die Tiere dahin. Aufgrund des Klimas stehen das ganze Jahr über Heu und Gras zur Verfügung, was der Milchwirtschaft entgegenkommt. Australische Milch ist billiger als die aus Europa, Japan oder den USA, obwohl die Milchbauern keinerlei Subventionen erhalten.
Auch wenn es in Australien kein BSE gab und gibt, so hat aber auch diese Haltungsform von Tieren ihre Probleme mit sich gebracht. Es ist der Kampf gegen Erosion und Überpopulation anderer Tierrassen. Die stampfenden Hufe von Rindern und Schafen schaden den zumeist ausgetrockneten Böden empfindlich. Die weichen Pfoten der Kängurus schaden den Böden zwar nicht, sie werden aber dennoch gejagt, da sie sich - durch die für Rinder und Schafe eingerichteten Wasserlöcher angelockt - derart vermehrt haben, dass sie von den Bauern als Nahrungskonkurrenz gesehen und abgeschlachtet werden. Ausgewilderte Pferde und Esel werden in großen Mengen abgeschossen, da auch sie den Böden schaden.
In Argentinien, das bislang ebenso frei von BSE ist, gilt bei der Rinderzucht das Prinzip der naturnahen Weidehaltung; die Tiere fressen reines Gras, und Futter aus Tiermehl ist dort schon seit Mitte der 50er Jahre gesetzlich verboten. Argentinien ist einer der größten Rindfleischproduzenten der Welt und größter Futtermittellieferant in die Europäische Union. Aber auch die argentinischen Bauern kämpfen mit der Konkurrenz der EU-Subventionen und hoffen auf ein Fallen der Strafzölle und somit auf eine Erhöhung ihrer Rinderproduktion.
Problem in Argentinien: Das Land ist beim Mais der zweitgrößte Produzent der Welt und beim Export in die EU führend, ebenso bei Sojaöl und -mehl. Alle diese Produkte sind jedoch stark genmanipuliert, was wiederum europäischen Regelungen widerspricht. Eine Fütterungs-Studie des italienischen Forschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel (Inran) aus dem Jahr 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass der gentechnisch veränderte Mais MON810 der Firma Monsanto signifikante Veränderungen im Immunsystems bewirken kann. Von 60 Versuchsmäusen wurden 30 mit genverändertem Maismehl gefüttert, die anderen mit normalem Maismehl. Es wurden die Auswirkungen von MON810 an gerade nicht mehr gesäugten und älteren Mäusen untersucht. Die italienischen Forscher wandten dabei auch ein Verfahren an, das nicht Bestandteil des europäischen Zulassungsverfahren ist. Das erschreckende Ergebnis: In Darm, Milz und Blut der Versuchstiere und am stärksten bei Jungtieren wurden Veränderungen gemessen, die auf Entzündungen oder allergische Reaktionen hindeuten.
In Asien und dort speziell in ländlichen Gegenden, in denen die moderne Technik mit ihren Traktoren noch nicht Einzug gehalten hat, werden Ochsen oder Büffel weniger wegen der reinen Fleischgewinnung gehalten, sondern hauptsächlich wegen ihrer Zugkraft. Vor Karren gespannt sind sie dort hoch geschätzte Arbeitstiere.
Die Chinesen sind derzeit im Aufbau ihrer Milch- und Rindfleischproduktion begriffen und importieren aus Bayern Samen und Embryonen bayerischer Fleckviehzuchttiere, um die Genetik der chinesischen Rinderrassen zu verbessern.
Fazit: Wahrscheinlich könnte man noch zig andere Länder und deren Nutztierhaltung beleuchten und käme zur selben Einsicht: Die Haltung jedweder Tiere oder Pflanzen in Massen beherbergt eine Vielzahl von Problemen, die so eng miteinander verkettet sind, dass eine Lösung nicht in Sicht scheint.
Schlachtung von Nutztieren in verschiedenen Ländern
Abhängig von Glaubensrichtungen und somit uralten Traditionen gibt es in verschiedenen Kulturkreisen teilweise völlig andere und auch sehr grausame und oftmals wider besseren Wissens unterschiedliche Schlachtungsrituale. Wir haben die bislang unterschiedlichsten kurz skizziert und weisen darauf hin, folgenden Artikel über das Schlachten in China, Vietnam und Südkorea nur bei ausgesprochen guten Nerven zu lesen. Es gibt natürlich immer die Überlegung, ob man solche Grausamkeiten in einem Tierporträt überhaupt erwähnen sollte, und wir von ANIMALUS haben uns darüber sehr viele Gedanken gemacht. Letztendlich sind wir jedoch zu dem Schluss gelangt, dass wir nur über Information und Aufklärung die Chance haben, Dinge zum Positiven hin zu verändern. Und so hoffen wir, durch unseren Bericht über das Schlachten das ein oder andere Land zu einem Umdenken zu bewegen, wenn es noch stärker wahrnimmt, wie sehr der Westen diese Schlachtmethoden ächtet.
Schlachten in China, Vietnam und Südkorea
Die Meinung, dass ein Tier durch maximales Leiden ein Maximum an Adrenalin ausschüttet, was dem Fleisch einen wohlschmeckenden Geschmack verleiht und es darüber hinaus zart macht, hat in China, Vietnam und auch Südkorea zu grausamen Schlachtmethoden geführt, indem man Millionen von Tieren vorsätzlich leiden lässt.
So wird einem Schlachthund ein Loch zwischen die Hinterbeine gemacht, damit er ausbluten kann. Bis zu seinem Tod leidet er dabei mindestens 10 Minuten. Ebensolches wird mit Stromstößen gemacht.
Bei einer anderen Schlachtmethode werden Tiere in lebend kochendes Wasser getaucht. Dabei wird ihnen das Fell abgezogen, um sie erst danach in kaltem Wasser zu ertränken.
Andere Schlachthöfe legen beispielsweise Hunden eine Metallschlinge um den Hals, an der sie sie dann aufhängen. Die Schlinge wird immer wieder gelockert, um den Zeitpunkt des Erstickens in die Länge zu ziehen. Anschließend wird mit dem Flammenwerfer das Fell abgebrannt. Meistens sind die Tiere zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht tot. Um das Fell nicht zu beschädigen wird den Tieren bei der Pelzverarbeitung ihr Fell bei lebendigem Leib vom Körper gezogen.Schlachten im Islam und Judentum
Die Schlachtungsmethode im Islam steht in völligem Gegensatz zur chinesischen und gilt als die „humanste“ Art der Tötung. Sie wird als Schächtung bezeichnet und ist eingebettet in die Religion, die die Verantwortlichkeit des Menschen für den sorgsamen Umgang mit der Schöpfung zwingend vorschreibt und dem Tierschutzgedanken verpflichtet ist.
Dem Schlachtopfer wird ein Schnitt mit einem vorher eigens sehr scharf geschliffenen speziellen Messer innerhalb maximal einer Sekunde quer durch den Hals zugefügt. Dabei werden die erste Halsschlagader, Luft- und Speiseröhre sowie die zweite Halsschlagader bis zur Wirbelsäule durchtrennt. Dies geschieht im Wissen, dass tiefe Schnitte deutlich schmerzärmer empfunden werden als Schnitte mit geringer Tiefe, wenn sie noch dazu mit einem nicht eigens geschärften Gegenstand durchgeführt werden. Auf jede Verletzung reagiert der Organismus mit vegetativen Reaktionen der Drüsen, des Blutkreislaufs und dem körpereigenen Säftesystem, was alles wiederum Einfluss auf die Fleischqualität hat. Da das Gehirn aufgrund der raschen und nahezu schmerzfreien Tötung keine weiteren Reize mehr empfangen kann, kann es auch nicht mehr reagieren in Form von Stresshormonen, die die Fleischqualität mindern würden. Da Blut Träger für Schadstoffe und körpereigene Gift- bzw. Abwehrstoffe ist, wird die Zirkulation schädlicher Stoffe durch schnellstmögliches Entbluten eines Tieres verhindert und das Fleisch zusätzlich deutlich haltbarer gemacht. Durch Einlegen des Fleisches in Salz wird Restblut aus dem Fleisch gesaugt.
Das Tier darf das Messer, das geführt wird nicht sehen und andere Tiere dürfen bei der Tötung nicht zusehen. Der kleinste Verstoß dieses rituellen Vorgangs macht das Fleisch unbrauchbar (unkoscher).
Diese Methode wurde viele Jahrzehnte lang von Tierschützern vehement kritisiert und der Forderung nach einer Betäubung des Tieres vor der Tötung wurde vor dem Bundesverwaltungsgericht statt gegeben. In Zusammenarbeit mit der Geistlichen Zentrale des Islam in Kairo wurde die Betäubung durch Elektroschocks als mit dem Islam vereinbar erklärt und muss in Deutschland seit 1995 so durchgeführt werden.



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