Katzen
Allgemeines
schwarz-weißer Hauskater
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Herkunft / Abstammung
Will man Genaueres über die Abstammung der Katze erfahren, so muss man sich zunächst mit der biologischen Systematik auseinandersetzen. Dabei begreift man schnell wie schwer es der Wissenschaft fällt, konkrete und vor allen Dingen nachweisbare Erkenntnisse über die Herkunft der Katze zu treffen, zumal es eine Reihe völlig unterschiedlicher Herangehensweisen bei der Erforschung ihres genetischen Ursprungs gibt.
Biologische Systematik
Über die zoologische Systematik der Katzenfamilie gibt es wahrscheinlich so viele Meinungen wie es Zoologen gibt. Da nämlich als Art (Spezies) bereits gilt, wer fruchtbare Nachkommen miteinander zeugt, entstanden aufgrund der häufigen Kreuzungen untereinander unzählige Unterarten der Wildkatze, was zu einer starken Verwischung genetischer Spuren der Katzenurahnen führte und genaue wissenschaftliche Aussagen nur sehr erschwert getroffen werden können.
Zudem haben Wissenschaftler teilweise sehr verschiedene molekularbiologische Vorgehensweisen bei der Zuordnung einzelner Arten und aufgrund neuester Forschungsergebnisse ändern sich bisher gültige Erkenntnisse immer wieder.
Derzeit lässt sich aufgrund eingehender molekularbiologischer DNA-Untersuchungen nur mit Vorbehalt sagen, dass Katzen zur Klasse der Säugetiere (Mammalia) gehören. Zu ihnen gehörte die Gruppe der Miaciden; es handelte sich um kleine wieselartige, auf Bäumen lebende Raubtiere. Aus dieser Ordnung der Raubtiere (Carnivora = Fleischfresser) entwickelte sich die Überfamilie der Katzenartigen (Felidae oder Feloidea) und darunter die Unterfamilie der Kleinkatzen (Felinae).
Ursprung
Der Stammbaum, der zur heutigen Katze führt, begann vor ungefähr 30 Mio. Jahren in der erdgeschichtlichen Periode des Oligozäns vor 37 bis 23 Millionen Jahren und da es eine Vielzahl unterschiedlicher Einordnungsmöglichkeiten durch die Wissenschaftler gibt, existieren auch zahlreiche Theorien über Ursprung und Herkunft der Katzen. Aufgrund der besseren Übersichtlichkeit beschränken wir uns auf die moderne systematische Einteilung aus dem Jahr 1996 vom Molekularbiologen Stephen J. O’Brien, der Zellproben aller Katzenarten mittels fünf verschiedener molekularbiologischer Methoden untersucht hat. So besagt seine moderne Systematik, dass man von drei Abstammungslinien, sprich Verwandtschaften der Katzenartigen mit 36 Arten untereinander, ausgeht.
Der Ozelot-Gruppe mit 7 Arten, die sich vor ca. 12 Mio. Jahren entwickelte, der Wildkatzen-Gruppe mit 6 Arten vor ca. 10 Mio. Jahren und der Großkatzen-Gruppe mit 23 Arten, die sich vor ca. 2,8 Mio. Jahren ausbildete.
Zur Wildkatzen-Gruppe innerhalb der Unterfamilie der Kleinkatzen gehören:Graukatze (Felis bieti), Rohrkatze (Felis chaus), Sandkatze (Felis margarita), Schwarzfußkatze (Felis nigripes), Wildkatze (Felis silvestris), Manul (Otocolobus manul).
Man vermutet, dass die Hauskatze (Felis domestica) von der Wildkatze und ihrer Unterart, der leicht getigerten Falbkatze (Felis silvestris lybica) abstammt. Beide Katzenarten leben auch noch heute, wenngleich es aufgrund der starken Vermischung der europäischen Wildkatze mit der Hauskatze nur noch wenige reinrassige Wildkatzen gibt.
Geschichte
Erst als der Mensch sesshaft wurde, begann sich zwischen Mensch und Katze eine Beziehung aufzubauen. So lebten die ersten Katzen ca. 2000 v. Chr. nachweislich im alten Ägypten, was sich anhand von Statuen, Wandmalereien und mehreren zehntausend Mumienfunden belegen lässt. Die meisten von ihnen ähnelten der afrikanischen Wild- oder Falbkatze, die leicht getigert war und aus dem Mittelmeerraum stammte. Auch weist man die Rohr- oder Dschungelkatze (Felis chaus) nach, die mit ihrem geringelten Schwanz gleichfalls aus dem Nahen Osten kam.
Bastet
Illegal, weil von den Ägyptern streng verboten, brachten die Römer und Griechen die Katze als Schmuggelware auf Handelswegen mit Schiffen nach Europa, weil auch sie längst den Wert der Katze als Schädlingsjägerin erkannt hatten; ihre weltweite Verbreitung begann. Später hielt sie Einzug in Klöster, die damals Zentrum der Landwirtschaft waren, und wurde mehr und mehr zur Gefährtin und Gesellschafterin des Menschen.
Am englischen Hof lebten Katzen als Spielgefährtinnen für die adeligen Damen und galten dort als Glücksbringer.
schwarze Katze auf Grab
Da Ratten und Mäuse keine natürlichen Verfolger mehr hatten, brach im Mittelalter die Pest aus und vernichtete unzählige Städte und Menschenleben. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Aufklärung, nach insgesamt 450 Jahren bestialischer Verfolgung, wich der Aberglaube der Vernunft und die Beliebtheit der Katzen nahm in besseren, vor allen Dingen Künstlerkreisen aufgrund ihrer Schönheit und auch Sauberkeit wieder zu, nicht zuletzt weil man sie im Kampf gegen die Pest und andere Seuchen dringend benötigte. So entstanden zahlreiche Märchen wie „Der gestiefelte Kater“. Der Unterschicht war es nicht erlaubt, Haustiere zu halten, da man befürchtete, sie würden ihre anderen Pflichten vernachlässigen.
Ein weiterer möglicher Grund für die negative Einstellung gegenüber Tieren im Mittelalter könnte gewesen sein, dass Tiere lediglich dem Menschen zu dienen hatten, ihnen aber keine emotionalen Gefühle entgegengebracht werden durften, da es als unmoralisch und unnatürlich galt.
Wen verwundert es also noch, dass in Märchen stets die Verbindung zwischen Hexen und schwarzen Katzen hergestellt wird und so mancher auch heute immer noch ängstlich ist, wenn er eine schwarze Katze von links nach rechts über die Straße laufen sieht?
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verhinderten die Katzen, dass sich Seuchen ausbreiteten und wird nicht zuletzt auch wegen ihrer Reinlichkeit so sehr geschätzt.
Namensentstehung / Etymologie
Obwohl die Katze des Deutschen liebstes Tier ist, kann man über den genauen Ursprung des Wortes 'Katze' nur Vermutungen anstellen. Das hängt wohl damit zusammen, dass die Katze überall auf der Welt verbreitet ist. Da man sich heute jedoch fast sicher ist, dass unsere Hauskatze von der afrikanischen Falbkatze abstammt, vermutet man, dass ihre Namensgebung aus einer afrikanischen Sprache stammt. Die nordafrikanischen Nubier nannten sie 'kadiz', den Mäusefänger. Daraus formten sich das lateinische 'catus', das italienische 'gatta', das französische 'chat' das spanische 'gatto', das englische 'cat' und das deutsche Wort 'Katze'. Es könnte aber auch sein, dass die Ägypter ihre Katzen 'quato' nannten, dies im lateinischen zu 'catus' wurde und sich daraus zunächst in der althochdeutschen Sprache das Wort 'kazza' entwickelte und daraus später im Sprachgebrauch 'Katze'.
Krallen
Die Pfoten haben je 4 empfindliche haarlose Zehenballen und Krallen, die Katzen lediglich an den Vorderpfoten willkürlich einziehen und ausfahren können. In der Mitte der Pfotenunterseite hinter den Zehenballen befindet sich ein großer Sohlenballen und dahinter, schräg außen, lediglich auf der Innenseite der Vorderpfoten ist jeweils ein sehr kleiner sog. Karpalballen mit einer fünften Kralle. Die Fußballen sind aus festem Bindegewebe und elastischen Fasern und Sitz von Nervenenden und Schweißdrüsen, mit denen Katzen ihr Revier markieren. Sie ermöglichen es ihnen, lautlos an ihre Beute heranzuschleichen oder Sprünge abzufedern. Aber auch durch hinterlassene Kratzspuren erkennen andere Katzen, wem ein Revier gehört.
Krallenmechanismus
Katzenkralle
Krallenschärfen
Krallenschärfen
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Der Zoofachhandel bietet die unterschiedlichsten Kratzmaterialien an, meist aus Sisal-Seil, aber auch aus Kunststoffnoppen oder manchmal aus Naturholz. Natürlich können Sie bei handwerklicher Begabung auch einen eigenen Kratzbaum entwerfen. Es kann aber auch sein, dass der Standort ungünstig gewählt ist und die Katze sich dort unwohl oder unsicher fühlt. Probieren Sie einfach aus, wo für Sie und die Katze der geeignete Ort ist. Erziehungsversuche wie Wasserspritzen, etc. sind mit Vorsicht zu genießen, um die Katze nicht scheu zu machen oder bei sensiblen Vertretern Protestaktionen auszulösen (Pinkeln, Agressivität, etc.). Evtl. kann auch das Beträufeln der Möbel mit einem für die Katze unangenehmen Geruch das Möbelkratzen verhindern, allerdings meidet die Katze diesen Platz dann generell und Protestaktionen sind auch hier nicht ausgeschlossen. Mit ein wenig Geduld und gutem Zuspruch kann jede Katze lernen das Inventar zu verschonen und ein friedlicher, nicht kratzender Hausgenosse zu sein.
Krallenamputation / Declawing
Als richtig grausam gilt die in den USA und vielen anderen europäischen Ländern erlaubte und fast schon normal gewordene operative Krallenamputation („Declawing“), bei der ganze Teile der Zehenknochen entfernt werden und der Heilungsprozess unter großen Schmerzen oft mehrere Wochen in Anspruch nimmt - von auftretenden schwerwiegenden Verhaltensstörungen ganz zu schweigen. So sollen krallenamputierte Katzen stärker als andere zum Beißen neigen, da ihnen die Möglichkeit, sich über ihre Krallen zu wehren, fehlt.
Ligamentation
Neuerdings geht man in diesen Ländern zur sog. „Ligamentation“ über, bei der der oben bereits beschriebene Bandapparat am Ansatz der Zehen durchtrennt wird. Der Heilungsprozess dieser Operation ist zwar bei weitem nicht so schmerzhaft wie beim Declawing, da nichts herausgeschnitten wird, dennoch wird die Katze dadurch ebenso zum Krüppel gemacht, da die Krallen auch hier komplett ihre Funktion verlieren. Man sollte nie vergessen, dass die Katze ein Raubtier ist und bleibt. In der freien Natur wären diese Tiere dem sicheren Tod geweiht. Denn, was wäre zum Beispiel, wenn eine Katze durch einen Besitzerwechsel plötzlich die Möglichkeit zum Freigang bekäme? Eine positive Tendenz gibt es aber immerhin: Einige in diesen Ländern tätige Züchter verbieten beim Verkauf ihrer Tiere das Krallenziehen per Vertrag und Tierschützer kämpfen für die Abschaffung dieses Verfahrens. In Deutschland ist es verboten und wer anders handelt wird als Züchter aus Vereinen ausgeschlossen.
Fell/Haut
Haut und Fell liegen anatomisch gesehen nicht eng am Körper an, was der Katze ein schnelles Drehen und Wenden beispielsweise bei Sprüngen, aber auch ein Ausweichen bei Kämpfen ermöglicht. Die unterschiedlichen Rassen unterscheiden sich sehr stark hinsichtlich Dicke, Länge und Dichte des Fells.
Zweimal im Jahr, im Frühjahr und Herbst, wechselt das Haar bei freilaufenden Katzen - ausgelöst durch die schwankenden Tageslichtmengen. Wohnungskatzen haaren dagegen das ganze Jahr über gleichmäßig.
Ein Katzenhaar wird im Schnitt 3 Monate alt und hat eine durchschnittliche Länge von 4 bis 4,5 Zentimetern bis es ausfällt und durch ein neues ersetzt wird. Die unterschiedlichen Fellfarben entstehen je nach Menge von Pigmenteinlagerungen im Katzenhaar, die in der sog. Rindenschicht des Haars enthalten sind. An den Fußballen und auf der Nase wachsen keine Haare.
Katzenfell
Das Fell besteht im Wesentlichen aus zwei verschiedenen Haarsorten: den Deckhaaren, die sich in Leithaare und Grannenhaare unterteilen und sensorische Eigenschaften haben, und der Unterwolle.
- Deckhaare
- Leithaare
- Sinus-/Schnurr-/Barthaare
- Grannenhaare
- Unterwolle
Die Leithaare sind hart und bilden die äußere, widerstandsfähige Felldecke. Am Bauch und an der Brust sind halb so viele Leithaare wie am Rücken und an den Flanken. Sie wachsen einzeln aus sog. Wurzelscheiden aus der Haut und sind mit dem Nervensystem verbunden. Daher können Katzen sofort auf entsprechende Reize in Form von Abwehr, Angriff oder Annäherung reagieren und beispielsweise ihr Fell aufplustern, um größer auszusehen im Falle eines notwendig gewordenen Angriffs. Da Wurzelscheiden schräg zur Haut angelegt sind, wachsen die Haare auch immer schräg zur Hautoberfläche.
Die extrem empfindlichen Schnurrhaare gehören zum Tastsinn und fallen im Gegensatz zu den übrigen Haaren nicht aus. Sie befinden sich oberhalb der Augen, links und rechts jeweils oberhalb der Oberlippe und können durch Muskeln bewegt werden. Sie sitzen dreimal so tief in der Haut und sind daher deutlich stärker mit Nerven verbunden als die übrigen Haare. Sie reagieren auf Berührungen und Vibrationen, Luftdruck- und Temperaturschwankungen und dienen als Messgerät und Orientierungshilfe in der Dunkelheit, da sie bei Berührungen blitzschnelle Impulse an das Gehirn weiterleiten, die dann umgehende Bewegungsänderungen zur Folge haben. Katzen, deren Barthaare beispielsweise durch einen Kampf beschädigt wurden, bewegen sich viel unsicherer als Tiere mit langen, kräftigen Haaren. Auch signalisiert die Stellung der Barthaare Stimmungen, die dem Menschen helfen, das Tier besser zu verstehen.
Sie gruppieren sich in einem Kreis von 3 Haaren um ein Leithaar und bilden die Deckhaare. Kürzer und dicker als die übrigen Haare wachsen sie in Büscheln aus je einem Follikel zur Spitze hin verdickt aus der Haut.
Die Wollhaare sind sehr weich und gruppieren sich mit ca. 8 bis 12 Haaren kreisförmig um den Kreis aus Grannenhaaren, in dessen Mitte jeweils ein Leithaar sitzt. Sie überziehen die Haut wie eine leichte Isolierschicht.
Dem Fell kommen wichtige Funktionen zu:
- Spiegel der Gesundheit
- Wärme-/Kälteregulierung
- Schweißdrüsen
- Geräuschdämpfer
- Drohverhalten
Jedes Katzenhaar hat eine eigene Talgdrüse, die durch ein Netz von Muskeln, Nerven und Blutgefäßen versorgt wird und den Fellglanz verantwortet. Der Talg ist von hoher Bedeutung für die Gesundheit einer Katze, da er das natürliche Steroid Cholesterin enthält, das durch Sonnenlicht in Vitamin D umgewandelt wird. Es ist ein lebenswichtiges Vitamin, das Katzen einerseits durch tierische Fette über die Nahrung aufnehmen und andererseits bei Sonneneinstrahlung in kleinen, aber wichtigen Mengen selbst produzieren können. Daher erkennt man am Aussehen des Fells auch den gesundheitlichen Zustand einer Katze. Ein fettig, struppig und stumpf wirkendes Fell ist einer der allerersten Indikatoren für eine Erkrankung der Katze.
Bei der Fellpflege mit der Zunge und durch Zupfen am Fell mit den Schneidezähnen wird Talg freigesetzt und über das ganze Fell verteilt. Dieser Talgfilm isoliert gegen Wärme und Kälte und ist nur wenig wasserabweisend, was auch die Wasserscheue von Katzen erklärt. Zusammen mit dem Fell und dem Fett der Haut heizt sich die Luft zwischen den Fellschichten auf und so wird eine konstante Körpertemperatur von 38 bis 39 Grad Celsius gehalten.
Da Katzen aber nur wenige Schweißdrüsen haben, die die Wärmeregulation zusätzlich unterstützen, suchen sie im Sommer bei großer Hitze gerne schattige Plätze auf, auch wenn sie die Sonne ansonsten sehr lieben. Das Hecheln einer Katze lässt auf einen Wärmestau schließen, den sie in der Regel durch Fellputzen und damit verbundenes Absondern von Speichel kühlend kompensiert und reguliert.
Bei Kälte vergrößern sich durch das Aufrichten der Leithaare die Luftpolster, die sich erwärmen und die Katze gut im Kalten ausharren lassen.
Haarfollikel enthalten Schweißdrüsen, die Duftstoffe bilden, die Katzen zum Markieren ihres Reviers brauchen und unkastrierte Kater, um ihre Paarungsbereitschaft zu signalisieren. Sie sitzen vermehrt an Kinn, Ohren und Schwanzwurzel.
Einige Schweißdrüsen ähneln denen von uns Menschen und werden bei Angst oder Wärme feucht. Sie befinden sich an den unbehaarten Unterseiten der Pfoten und so erklärt sich manch feuchter Fußabdruck einer Katze.
Beim Anschleichen an Beute wirkt das weiche Fell Geräusch absorbierend.
Durch Aufstellen des Fells wirken Katzen größer und versuchen mittels dieser Droh- und Imponiergebärden mögliche Angreifer einzuschüchtern und zu verjagen.
Haut
Die Katzenhaut sitzt extrem locker am Körper, vor allem im Nacken. Diese lose Verbindung ermöglicht der Katze ein wendiges Drehen und Springen beim Jagen von Beute und beugt dadurch Verletzungen vor.
Die Haut besteht im Wesentlichen aus der Dermis (Innenschicht der Haut), an der die Haarwurzeln sitzen und der Epidermis (Außenschicht / Oberhaut), die vor allem dem Schutz des Körpers dient. Die Epidermis an Nase und Pfoten reagiert extrem empfindlich auf Druck und Temperatur, obwohl sie ca. 75 Mal dicker ist als die übrige Haut. Anders als Hunde können Katzen keine Wärme über die Nase abgeben und somit ihren Wärmehaushalt regulieren. Da der Nasenspiegel sehr empfindlich ist, verstecken ihn die Katzen auch so gerne geschützt unter ihrem Schwanz oder in anderen Körpernischen.
Wie beim Menschen sterben Hautschüppchen regelmäßig ab und werden beim Putzen der Katze durch die Zunge entfernt.
Funktionen der Haut:
- Regulation der Körperfeuchtigkeit
- Wärme-/ Kälteisolation
- Produktion von Vitamin D
- Schutz der inneren Organe gegen Wunden, Bakterien und Viren
- Aufbau und Speicher von Fettvorräten
- Wahrnehmung von Schmerz und Druck
Sinnesorgane
Ihre Sinne machen die Katze zu der hervorragenden und erfolgreichen Jägerin, die sie ist, denn sie sind perfekt auf ihr Leben als Raubtier ausgerichtet. Einmal mehr wird bewusst, wie perfekt Schöpfung und Natur funktionieren und warum die Katze schon seit so vielen Millionen Jahren auf dieser Erde lebt.
Das Auge
Katzenaugen sind wesentlich lichtempfindlicher als die Augen des Menschen; sie sind an ein sehr gutes Sehen in der Dämmerung und bei Nacht adaptiert und die Schwelle der Lichtwahrnehmung liegt ca. sieben Mal niedriger als beim Menschen.
Bei allen Raubtieren sitzen die Augen zum räumlichen, dreidimensionalen Sehen weit vorne im Kopf nahe beieinander und sind gerade ausgerichtet. Durch die Überschneidung des Blickwinkels jedes einzelnen Auges und die innere Augenstruktur entsteht räumliches Sehen, das für die Entfernungsabschätzung von großer Bedeutung ist ebenso wie die Tiefenwahrnehmung zur Lokalisierung von Beute.
Die Augen sind bei der Katze im Verhältnis zum Schädel relativ groß. Das Gesichtsfeld, der Bereich, in dem die Katze - ohne den Kopf zu drehen - sehen kann, beträgt bei der Katze 200 Grad und ist damit größer als beim Menschen mit 180 Grad. Iris und Augapfel sind unbeweglich.
Aufbau des Auges
- Hornhaut / Cornea
- Iris
- Pupille
- Linse
- Netzhaut/Retina
- Aderhaut/Chorioidea
- Farbsehen
- Lederhaut/Sklera
- Nickhaut
- Schielen
Sie ist der gewölbte vordere Teil der äußeren Augenhaut. Sie ist durchsichtig, benetzt das Auge mit Tränenflüssigkeit und schützt es. Hinter der Hornhaut befindet sich die Iris mit der Pupille.
Katzenaugen können sich bestens an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen; als nacht- und dämmerungsaktive Raubtiere müssen sie selbst kleinste Bewegungen wahrnehmen und richtig einschätzen können. Diese Fähigkeit ist der Flexibilität der Irismuskeln zu verdanken. Die Iris ist eine ringförmige, muskelähnliche Membran, die sich im Verhältnis zum Licht öffnet und schließt und die Pupillengröße steuert. Bei hellem Licht zieht sie sich zu einem schmalen Schlitz zusammen und schützt das Innenauge vor Schäden.
Bei dunklem Licht kann sich die Pupille auf einen Durchmesser von zwölf Millimetern dehnen. Durch lichtempfindliche Nervenzellen in der Netzhaut dominieren bei Katzen die für das Sehen bei Dämmerung wesentlich effektiveren lichtempfindlichen Stäbchen.
Bei der Geburt haben alle Katzen blaue Augen, deren spätere Farbe sich erst nach ca. 3 Monaten ausprägt. Die häufigsten Irisfarben sind gelb, gold, grün, hellbraun, kupferfarben und orange. Es gibt auch Katzen mit verschiedenfarbigen Augen (Heterochromie), deren üblichste Form man bei weißen Katzen mit einem blauen und einem grünen oder goldenen Auge findet; die Farbe der Iris hat keinen Einfluss auf die Sehkraft der Katze.
In der Mitte der Iris befindet sich die Pupille. Im hellen Licht verändert die Iris ihre Form, um die Pupille zu einem winzigen Spalt werden zu lassen. In der Dunkelheit öffnet sich die Iris weit, um ein Maximum an Licht durch die Pupille ins Auge fallen zu lassen. Durch die Pupille gedrungene Lichtstrahlen werden im Auge auf der Netzhaut gebündelt und ein optischer Nerv leitet die Lichtimpulse ins Gehirn.
Hinter Pupille und Iris befindet sich die Linse, die von einem Muskelstrang (Ciliarkörper) gehalten wird. Wenn sich die Muskeln des Ciliarkörpers zusammenziehen, wölbt sich die Linse, fixiert und schärft nahe Gegenstände. Die Katze sieht im Nahbereich nicht besonders gut und kann deshalb oft vor ihr liegende Sachen schwer sehen. Entspannt sich der Ciliarkörper, wird die Linse flach und entfernte Objekte werden scharf erfasst. Die Sehfähigkeit von Katzen ist bei Distanzen zwischen zwei und sechs Metern am besten.
Die Retina ist die Netzhaut, deren Aufbau äußerst kompliziert ist. Sie besteht aus 10 unterschiedlichen Schichten und hier sammeln sich mehr Nervenzellen also sonst wo im Katzenkörper. Im Auge gibt es zwei Arten von lichtempfindlichen Rezeptorzellen: Stäbchen und Zapfen.
Auf einen Zapfen kommen etwa 25 Stäbchen (im Gegensatz zum Menschen mit vier Stäbchen zu einem Zapfen), die wenig Licht brauchen und am stärksten auf Hell-Dunkel-Reize, also im Dämmerlichtwenig reagieren; sie haben ein geringes räumliches Auflösungsvermögen, d.h. sie liefern kein allzu scharfes schwarz-weißes Bild. In den Augen nachtaktiver Tiere sind die Stäbchen wesentlich aktiver am Sehprozess beteiligt als die Zapfen.
Bei Tag sieht das Auge verstärkt durch die Zapfen und daher schärfer. Da Katzen aber proportional weniger Zapfen haben als der Mensch, nehmen sie tagsüber auch weniger Details wahr als er.
Hinter der Retina befindet sich die Aderhaut (Chorioidea); in ihr liegt das Tapetum lucidum, eine Licht reflektierende Zellschicht, die wie ein Spiegel funktioniert und restliches Licht oder ein entstehendes Bild zusätzlich verstärkt. Aufgrund seiner Lage hinter den Stäbchen und Zapfen schickt es auftreffendes Licht ein zweites Mal an den Photorezeptoren vorbei, was eine doppelte Ausnutzung des einfallenden Lichtes bei Dunkelheit bedeutet. Da das reflektierte Licht jedoch nicht auf genau die gleichen Photorezeptoren trifft wie beim ersten Einfall, geht ein Verlust an Sehschärfe einher. Auf diese Weise wird bis zu 130-mal mehr Licht als beim Menschen reflektiert.
Da das Tapetum in der oberen hinteren Hälfte der Retina ausgebildet ist, erhält es hauptsächlich Licht vom dunkleren Untergrund, das verstärkt wird. Vom unter der Papillenebene gelegenen tapetumfreien Augenhintergrund, der das Licht von oben auffängt, wird Licht nicht reflektiert, sondern absorbiert, also auch störende Blendung. Der Lichtreflex, der entsteht, wenn man mit Autoscheinwerfern nachts auf ein Tierauge leuchtet, wird durch das Tapetum Lucidum verursacht.
Der in den Stäbchen vorkommende Sehfarbstoff ist auf das Sehen bei wenig Licht ausgerichtet und am empfindlichsten für Licht mit einer Wellenlänge zwischen 506 und 510 Nanometern (nm; 496 nm beim Menschen). Die Stäbchen brauchen nach einer Exposition im grellen Licht bis zu einer Stunde, um sich zu regenerieren.
Bis heute sind sich Fachleute uneinig, ob und wie Katzen Farben sehen. Allerdings stelle man bei über 2.000 Versuchen des Instituts für Zoologie der Universität Mainz fest, dass die Lieblingsfarbe der Katzen Blau ist. Unter verschiedenen Beleuchtungsverhältnissen hatten Katzen die Wahl zwischen Gelb und Blau zu wählen, um an ihr Futter zu gelangen. 95 % entschieden sich für die Farbe Blau.
Hinter der Aderhaut befindet sich die Lederhaut (Sklera), die wie die Aderhaut auch eine geschlossene Kapsel zum Schutz des Augenkörpers bildet.
Die Nickhaut ist neben dem oberen und unteren Lid das dritte Augenlid und ist bei geöffneten Augen nicht zu sehen; es schiebt sich bei geschlossenen Augen von der Seite über die Hornhaut und trägt - wie die anderen Lider auch - dazu bei, die Hornhaut zu befeuchten. An den inneren Rändern der Nickhaut führen kleine Öffnungen zu den Tränennasengängen in die Tränendrüsen in den oberen Augenlidern. Die Drüsen produzieren Tränenflüssigkeit, die das Auge feucht hält. Bedeckt die Nickhaut das Auge dauerhaft, so handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung des Tieres.
Das bei Siamkatzen so typische Schielen ist auf einen genetischen Defekt zurückzuführen. Physiologisch betrachtet senden einige der Sehnervfasern ihre Signale nicht an die richtige Seite des Gehirns. Das Gehirn sieht zwei unterschiedliche Bilder. Beim Versuch, dies zu kompensieren kommt es zum Schielen.
Das Ohr
Die Ohren stehen aufrecht, sind spitz bis rundlich und können aufgrund von zahlreichen Muskeln in den Ohrmuscheln um 180 Grad in jede Richtung gedreht werden und somit auch weiter entfernte Laute fokussieren und orten.
Die Ohrmuscheln sind mit Ohrhaaren besetzt und verhindern das Eindringen von Fremdkörpern wie beispielsweise Insekten.
Die Stellung der Ohren drückt gewisse Stimmungen und Befindlichkeiten des Tieres aus; so bedeuten angelegte Ohren Verteidigungsbereitschaft, aufrecht nach vorne gewendet bekunden sie Interesse und Neugier.
Das Gehör
Katzen hören in einem Frequenzbereich von bis ca. 65.000 Hertz, was den des Menschen um mehr als das Dreifache übersteigt. Nur Delphine und Pferde nehmen mehr Töne wahr. Die Katze liegt in einem Bereich von zehneinhalb Oktaven, also um eine mehr als der Mensch und empfängt im Ultraschallbereich alle Töne. Katzen bewegen sich also teilweise in einer völlig anderen Geräuschwelt als wir. So erklärt sich auch das manchmal plötzliche und für uns unbegründete Aufhorchen einer Katze mit der Tatsache, dass sie in einem Frequenzbereich hört, der für unsere Ohren unerreichbar bleibt. Katzen reagieren daher auch eher auf hohe Stimmen (Kinder und Frauen) als auf tiefe.
Ein weiteres Phänomen des Katzengehörs ist die Fähigkeit, zwei Geräuschquellen, zwischen denen nur wenige Zentimeter liegen, bei einem Abstand von einem Meter zu unterscheiden. Scheinbar kann ihr Gehirn die Zeitverzögerung der beiden Töne berechnen, was beim Finden und Verfolgen der Beute sehr dienlich ist. Bei dieser enormen Hörleistung wird schnell verständlich, warum Katzen die Stille lieben, lärmende Kinder oder bellende Hunde meiden und sich gerne zurückziehen. Mit zunehmendem Alter lässt das Hörvermögen in der Regel nach.
- Gleichgewichtsorgan
- Stellreflex
Zum Gehör gehört auch der Gleichgewichtssinn, da er durch Reize aus dem Gleichgewichtsorgan gesteuert wird, das sich im Innenohr befindet. Der Gleichgewichtssinn ist von extrem starker Ausprägung, da Katzen wahre Kletterkünstler sind.
Der Stellreflex ist eine angeborene Fähigkeit, sich aus der Rückenlage um 180 Grad in Bauchlage zu drehen; er ist angeboren und voll einsatzfähig, sobald ein junges Kätzchen seine Augen öffnet. Er ist an den Gleichgewichtssinn gekoppelt und dauert nicht länger als eine halbe Sekunde. Wenn ein Tier aus großer Höhe fällt, vermitteln Gleichgewichtsorgane im Innenohr dem Gehirn, in welcher Lage der Kopf sich im Verhältnis zum Boden befindet. Im Inneren des Gleichgewichtsorgans befinden sich feine Flimmerhärchen und Flüssigkeiten, die dabei in Bewegung geraten. So wird Information an das Gehirn weitergeleitet und innerhalb von Bruchteilen von Sekunden in Nervenimpulse umgesetzt. Sie geben dem Kopf den Befehl zum Aufrichten und dem Körper, sich nach der Kopfposition auszurichten. Der Schwanz dient dabei als Balancierstab. Daher kommt wohl auch das Sprichwort, dass Katzen sieben Leben haben.
Eignung
Katzen suchen neben Ruhe auch die Gesellschaft von Menschen und wünschen sich Ansprache. Sie brauchen einen liebevollen Menschen, der sie mit Futter versorgt, die Katzentoilette reinigt, mit ihnen zum Tierarzt geht, sie pflegt und mit ihnen spielt.
Neben anfallenden Kosten für jährliche Impfungen, Routineuntersuchungen beim Tierarzt und Futter muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass so ein Tier auch einmal Probleme bereiten kann, indem es unsauber ist, Tapeten oder Möbelstücke ankratzt, Vasen umwirft und mit Christbaumkugeln spielt.
Viele wichtige Fragen wie die, ob bei einem Familienmitglied eine mögliche allergische Unverträglichkeit vorliegt und wer in der Familie welche Tätigkeiten für ein neues Haustier übernimmt, bedürfen der dringenden Klärung vor der Anschaffung eines Tiers. Immerhin beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung von Katzen 12 Jahre und mehr und man sollte sich daher bewusst machen, dass man mit dem Erwerb eines Tiers eine Verantwortung übernimmt, der man auch unbedingt gerecht werden sollte. Andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit, dass Tier und Besitzer keine Freude aneinander finden, sehr hoch.
Vor der Anschaffung
Wir haben eine Reihe von unserer Meinung nach wichtigen Fragen für Sie zusammengestellt. Sollten diese allesamt positiv für das Tier beantwortet werden können, so steht für unser Dafürhalten dem Einzug eines neuen Mitbewohners nichts mehr im Weg.
Wie ist die Tierhaltung in Mietwohnungen oder -häusern gesetzlich geregelt?
Ein generelles Tierhalteverbot im Mietvertrag ist gesetzlich nicht zulässig. Laut Gesetz kann das Halten von Kleintieren nicht verboten werden, vorausgesetzt der Umfang der Tierhaltung bleibt im üblichen Rahmen. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Gerichtsurteile, die zeigen, dass es bei der Auslegung des Gesetzes große Spielräume gibt.
Sollte dagegen in einem Mietvertrag explizit stehen, dass die Haltung von Katzen verboten ist, so ist dies zwar zulässig, kann jedoch häufig nicht vor Gericht durchgesetzt werden. Wenn es darüber zum Streit zwischen Mieter und Vermieter kommen sollte, so ist es beruhigend zu wissen, dass die meisten Urteile pro Tierhalter gesprochen werden. Da sich die Gesetzeslage darüber jedoch häufig ändert, sollen Sie sich auf jeden Fall vor der Anschaffung einer Katze bei dem zuständigen Mieterbund erkundigen.
Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung eines Haustiers einverstanden?
Oft geht der Wunsch nach einem eigenen Haustier von Kindern aus. Kinder können jedoch noch nicht die volle Verantwortung für eine Katze übernehmen, so viel muss klar sein. Hier sind die Eltern gefragt, den Kindern von Anfang an den Umgang mit dem Tier beizubringen und dies auch zu kontrollieren. Katzen dürfen nicht als Spielzeug verstanden werden, sondern als eigenständiges Wesen, das im Umgang klare Regeln fordert. Es macht also unseres Erachtens nach keinen Sinn, dem Kind die Haltung eines Haustiers zu erlauben, wenn man selbst nicht voll und ganz hinter dieser Entscheidung steht. Ganz gleich von wem der Tierwunsch ausgeht, alle Familienmitglieder sollten die Anschaffung eines Tiers befürworten (s. auch 'Eignung für Kinder').
Liegt eine Katzenhaarallergie bei einem Familienmitglied vor?
Sollten Sie oder jemand aus Ihrer Familie bei oder nach der Anwesenheit von Katzen mit juckenden, geröteten Augen, Schnupfen mit Niesen, Atemnot bzw. Husten reagieren, oder einen juckenden Hautausschlag nach Kratzverletzungen bekommen, so liegt der Verdacht nahe, dass eine Katzenhaarallergie vorliegt.
Grundsätzlich wird die Allergie durch Allergene aus Tierschweiß, Hautschuppen, Talg, Speichel, Tränenflüssigkeit oder dem Kot der Tiere ausgelöst. Die meisten Katzenallergene befinden sich an Haaren und Hautschuppen der Tiere, die beim Fellputzen gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt werden. Von da aus gelangen sie praktisch in den ganzen Haushalt. Die meisten Allergene sitzen im Übrigen im Gesicht einer Katze. Wer also glaubte eine Allergie durch die Anschaffung einer Nacktkatze zu umgehen, hat sich getäuscht, da auch sie Hautschuppen produzieren - von den Bedenken bezüglich einer Qualzucht ganz zu schweigen.
Unser Rat: Schließen Sie allergische Unverträglichkeiten bereits vor der Anschaffung einer Katze aus, indem Sie mehrere Male für einige Stunden einen anderen Katzenhalter aufsuchen und sich und ihre Lieben währenddessen und danach genau beobachten. Da die meisten Allergien erst nach häufigerem Kontakt mit einem Tier auftreten, sollten die Besuche bei anderen Katzenhaltern zeitmäßig nicht zu knapp ausfallen.
Die gute Nachricht: Man hat herausgefunden, dass Katzenallergiker ganz unterschiedlich auf verschiedene Katzenrassen reagieren, da Katzen, je nach Alter, Rasse und Geschlecht unterschiedliche Mengen an Allergensubstanzen absondern. Gehen Sie bei der Abklärung der Allergiethematik sorgfältig und mit viel Ausdauer um, denn immerhin besteht die Gefahr des Erwerbs eines allergischen Asthmas, falls eine Katzenhaarallergie ignoriert wird.
Habe ich genug Zeit für eine Katze?
Fragen Sie sich, ob Sie einen geregelten Tagesablauf gewährleisten können, denn nur so können Sie dem Tier gerecht werden, da es Routine liebt. Katzen gewöhnen sich zwar schnell daran, über viele Stunden tagsüber oder auch nachts alleine zu sein, dennoch ist es ihnen andersherum viel lieber. Diesen Punkt haben wir sehr ausführlich unter 'Eignung für Berufstätige' behandelt.
Welche Haltungsbedingungen kann ich einer Katze bieten?
Wird die Katze die Möglichkeit zum Freigang haben, oder wird sie eine Wohnungskatze bleiben? Die Freigängerkatze hat natürlich wesentlich mehr Ablenkungsmöglichkeiten als eine Wohnungskatze. Lesen Sie ausführlich unsere Informationen dazu nach (unter'Freigang oder Wohnungshaltung').
Bei reinen Wohnungskatzen ist es daher umso wichtiger, dass Sie das Tier mit abwechslungsreichen Spielsachen permanent beschäftigen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen (s. auch 'Zubehör einer Katze').
Sollten Sie vorhersehen können, dass Sie beruflich viel unterwegs sein müssen und das über einen voraussichtlich sehr langen Zeitraum, raten wir Ihnen von der Anschaffung einer Katze dringend ab.
Welche Kosten müssen für eine Katze aufgebracht werden?
Je nach Herkunft und Rasse muss mit Anschaffungskosten bis zu 1.500 Euro pro Tier gerechnet werden. Die Erstausstattung für Transportkorb, Kratzbaum, Klo, Futterschälchen, Spielsachen liegt bei weiteren 150 bis 300 Euro.
Für den monatlichen Unterhalt sollte man um die 50 Euro veranschlagen und für tierärztliche Untersuchungen und Impfungen noch einmal ca. 100 Euro im Jahr.
Lassen Sie sich nicht von den hohen Anschaffungskosten abschrecken - ein Tier aus einer guten Zucht hat seinen Preis. Im Vordergrund sollten die lebenslangen Kosten für Tierarzt, Futter, Einstreu, etc. stehen. Vor allen Dingen im Alter können Tiere chronische Erkrankungen aufweisen, die häufige Tierarztbesuche mit sich bringen.
Bin ich bereit über viele Jahre für eine Katze zu sorgen?
Katzen werden im Durchschnitt zwischen 12 und 15 Jahre alt, manche sogar noch deutlich älter. So gesehen dauert ein Katzenleben länger als so manche Ehe heutzutage. Bin ich wirklich bereit mich für eine so lange Zeit an ein Tier zu binden und ihm auch einen schönen Lebensabend zu gewähren? Sollten Sie beruflich mittelfristig planen ins Ausland zu gehen, so sind in manchen Ländern Quarantänevorschriften zu beachten, über die es sich vorher zu informieren gilt.
Bin ich bereit für den erforderlichen (Pflege-)aufwand?
Katzen lieben Ordnung und Sauberkeit geradezu und gelten als außegewöhnlich reinliche Tiere. Niemals sind Katzen schmutzig oder riechen unangenehm. Ausdauernd und höchst effektiv putzen sie ihr Fellkleid mit ihrer rauen Zunge, auch wenn es bei Langhaarkatzen der zusätzlichen, täglichen Fellpflege durch den Menschen bedarf. Doch allen Sauberkeitsbemühungen zum Trotz, kann es die Katze nicht verhindern, dass sie beim Fellwechsel Haare verliert, die vielleicht den ein oder anderen Halter stören. Katzenhaare im Gesicht, auf dem Sofa und der Kleidung sind nicht Jedermanns Sache. Bedenken Sie dies, denn es wäre schade, wenn Sie sich deshalb von Ihrer Katze trennen würden.
Sauberkeit erwartet die Katze auch von ihrem Halter, der schon im eigenen Interesse (Geruch!) auf ein peinlich sauberes Katzenklo achten sollte, da sie sich sonst ein anderes „Örtchen“ sucht und unter Umständen ein Negativkreislauf der Unsauberkeit beginnt. Gerade bei reinen Wohnungskatzen darf der Halter weder mit dem Platz, den ein Katzenklo einnimmt, noch mit den entstehenden Gerüchen ein Problem haben (s. auch 'Rund um die Katzentoilette').
Sicherlich erfordert das Aufstellen eines Kratzbaums ebenfalls Aufwand, aber immerhin ist er nur einmalig - und die Freude des Tiers darüber wiegt dies allemal auf.
Bin ich ein Katzenmensch?
Um diese Frage für sich zu beantworten, sollte man sich die grundsätzlichen Charaktereigenschaften von Katzen vor Augen führen.
Katzen sind Individualisten. Sie machen was sie wollen, gehorchen nicht und ordnen sich auch nicht unter wie das etwa Hunde tun. Nicht der Mensch sondern die Katze bestimmt den Kontakt. Katzen gelten daher als stolz und unabhängig und passen vielleicht auch eher zu Menschen, die diese Eigenschaften schätzen. Der Formbarkeit und Vielseitigkeit eines Hundes stehen Eigenwilligkeit und Selbstständigkeit einer Katze gegenüber. Katzen nehmen die ganze Wohnung in Beschlag und lassen sich oft nur unter Protest aus einem Zimmer aussperren.
Katzen sind in der Regel Gewohnheitstiere und reagieren auf Veränderungen nicht selten mit Verhaltensauffälligkeiten. Wer sehr viel Veränderung und Unruhe in seinem Alltag hat, sollte auf die Anschaffung einer Katze daher eher verzichten.
Fazit
Sollten Sie alle Fragen für sich so beantwortet haben, dass die Frage nach der Anschaffung einer Katze mit einem klaren „Ja“ entschieden wird, so freuen wir uns sehr für Sie. Katzen beruhigen die Seele und das Schnurren einer Katze lässt so manchen Kummer vergessen. Es ist längst medizinisch erwiesen, dass Katzen aufgrund ihrer ruhigen Ausstrahlung vorbeugend gegen Herz- und Kreislauferkrankungen wirken.
Eignung der Katze
Im Folgenden soll ganz allgemein geklärt werden, für wen Katzen als Haustiere geeignet sind und für wen nicht. Im den sich anschließenden Punkten ‚Haltung’ und später ‚Anschaffung / Kauf’ wird sehr konkret auf die vielfältigsten Fragestellungen zu diesem Thema eingegangen werden.
Eignung für Kinder
Kind mit Katze
Generell kann man sagen, dass je nach Alter und Verantwortungsgefühl sowie Temperament der einzelnen Kinder unterschieden werden muss und dabei gilt grundsätzlich: Je älter die Kinder, desto besser für die Katze, da sie als Individualist auf tobende und lärmende Kinder eher mit Rückzug reagiert, es sei denn, sie hat gerade Lust auf Spiel. Aber auch da übertreiben es jüngere Kinder oftmals und kennen nicht die Grenze zwischen spielen und ärgern. Nicht selten resultieren mittel- bis langfristig teilweise schwere Verhaltensstörungen bei Katzen, die irgendwann immer das Gefühl haben, sich verteidigen zu müssen, selbst wenn ein Streicheln lieb gemeint ist.
Auch die Wahl der richtigen Rasse kann wichtig sein. So gibt es Rassen, wie die Maine Coon, die Türkisch Angora, die Birma, die Siamesin, um nur einige zu nennen, die als besonders kinderlieb gelten und es lieben, permanent durch die Wohnung getragen zu werden.
Bei sehr kleinen Kindern sollte der Umgang mit dem Tier daher auf jeden Fall durch die Eltern angeleitet, kontrolliert und über feste Regeln definiert werden. So sollte man tägliche Ruhezeiten vereinbaren, in denen das Tier, das tagsüber teils sehr viel schläft, nicht gestört werden darf. Da darf es dann auch keine Ausnahme geben!
Ebenso wichtig ist ein Rückzugsort für die Katze, der für die Kinder zu jeder Zeit tabu ist, damit die Katze entscheiden kann, wann sie sich „in Sicherheit bringen“ will.
Junge füttert Katze
Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Katzen besonders geeignete Tiere für Kinder sind, da sie nicht so zerbrechlich wie Kleintiere sind und durch den intensiven Körperkontakt und ihr aktives Geben und Nehmen dem Kind ein echter Freund sind. Besonders die sehr feinfühligen Katzenrassen können dem Kind Trost bei Traurigkeit spenden oder auch lustiger Spielpartner sein, mit dem man wilde, aber liebevolle Verfolgungsjagden durch den Garten veranstalten kann.
Da sich Katzen nicht so leicht „abrichten“ lassen wie z.B. ein Hund, lernen Kinder auch mit Grenzen umzugehen, also einem Tier nicht ihren Willen aufzuzwingen, sondern es vielmehr in seinen Eigenheiten anzunehmen und für seine Individualität zu schätzen. Denn: Die Katze sucht sich den Menschen aus, der gut mit ihr umgeht und lernt, auf sie einzugehen!
Eine Ausnahme jedoch gilt: Achten Sie darauf, dass Katzenbabies, so süß sie auch sein mögen, in den ersten Monaten unter gar keinen Umständen im Kinderbett schlafen. Die Gefahr, dass sie vom Kind im Schlaf erdrückt werden, ist einfach zu groß.
Eignung für Familien
Familie mit Katze
Da eine Katze tagsüber sehr viel schläft, stellt eine halbtägige Berufstätigkeit kein Problem dar, da sie sich, wenn Mutter und Kinder in der Mittagszeit nach Hause kommen, schon von ihrem nächtlichen Freigang ausruhen konnte und dies sicherlich genossen hat. Sie muss dann gefüttert werden und sollte - ihren Bedürfnissen entsprechend – ausreichend Zuwendung erhalten in Form von festen Streichel- oder Spieleinheiten.
Sollte sie nicht die Möglichkeit zum Freigang haben (s. auch 6.2 Freigang oder Wohnungshaltung), ist die regelmäßige und verlässliche Beschäftigung mit ihr von oberster Dringlichkeit, da sie deutlich reizärmer lebt als eine Freigängerkatze und mehr Ablenkung braucht; aber auch hier können sie durch die entsprechende Ausstattung ihrer Wohnung Abhilfe schaffen (s. auch 6.6, Zubehör einer Wohnungskatze) und dem Tier ein erlebnisreiches Ambiente verschaffen. Bei reiner Wohnungshaltung sollten idealerweise zwei Katzen angeschafft werden, da diese sich auch miteinander beschäftigen und eine Einzelkatze nicht den ganzen Tag allein bleiben sollte. (siehe Einzelhaltung Katze – Punkt folgt in Kürze)
Wenn beide Elternteile in Vollzeit berufstätig sind und nur die Kinder mittags nach Hause kommen, haben diese in der Regel schon ein Alter, in dem man ihnen durchaus die Verantwortung für ein Haustier übertragen kann. Dies zeigen viele positive Erfahrungen, die belegen, dass Kinder sehr wohl in der Lage sind, sich ausreichend verantwortungs- und liebevoll um Tiere kümmern zu können, wenn sie die Wertschätzung von den Eltern gelernt bekommen haben.
Eignung für Berufstätige
Berufstätige mit Katze
Deshalb sollte man sich in diesem Fall unbedingt zwei Katzen anschaffen, da nur dann für ausreichend Gesellschaft und Abwechslung gesorgt ist, was nicht die tägliche Zuwendung durch Sie ersetzen darf. Die Tiere werden es Ihnen danken!.
Eignung für Senioren
Für Senioren und vor allen Dingen gehbehinderte ältere Menschen eignet sich eine Katze als Haustier ganz hervorragend, da man mit ihr nicht Gassi gehen muss wie es beim Hund unabdinglich ist, damit er gesund und ausgeglichen bleibt.
Als äußerst reinliches Tier überfordert die Katze ältere Menschen nicht hinsichtlich des Pflegeaufwandes und das Reinigen der Katzentoilette sowie das regelmäßige Füttern sind auch im Nu passiert und geben Struktur. Pensionierte Senioren haben ausreichend Zeit sich dem Tier zu widmen und nicht zuletzt profitieren sie auch von der verschmusten und liebevollen Art dieser Vierbeiner. Oftmals bringen sie ein Stück verlorengegangene Lebensfreude zurück und trösten über einsame Momente hinweg. Denn, was gibt es Schöneres als eine schnurrende Katze? Neuere Untersuchungen zeigen, dass der therapeutische Aspekt von Haustieren einen weitaus größeren, positiven Beitrag zur Gesundheit von Menschen respektive alten Menschen darstellt als bislang angenommen. Der Umgang mit Tieren steigert nicht nur die Lebensfreude, er stabilisiert auch das Immunsystem und bewirkt wahre Wunder bei psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen. Herzfrequenz und Blutdruck werden gesenkt, was wiederum vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt.
Senorin mit Katze
Natürlich stellt sich bei älteren Menschen auch die Frage nach dem Alter eines Tieres, das man gerne zu sich nehmen möchte. Ab einem bestimmten Lebensalter muss sich jeder von uns mit dem eigenen Tod auseinandersetzen und überlegt dann zwangsläufig, ob es sich überhaupt noch ‚lohnt’, ein Tier zu sich zu nehmen. Diese Frage muss natürlich jeder – abhängig vom eigenen Alter, der Wohnsituation und davon, ob man alleine lebt oder nicht - für sich selbst beantworten, sollte dabei aber immer zu Gunsten des Tieres handeln.
Wir von ANIMALUS meinen, dass es sich immer ‚lohnt’, eine Katze zu sich zu nehmen, wenn man vorher einige Aspekte berücksichtigt und klärt. Die Verspieltheit und Drolligkeit einer Babykatze sind wirklich einmalig und unübertrefflich. Sie hellt die Tage für jeden von uns auf und wenn geklärt ist, ob Familienangehörige, bei denen man ohnehin wohnt oder Zimmernachbarn im Seniorenheim, das Kätzchen im schlimmsten Fall übernehmen, dann sollte man sich auch trauen, ein ‚Baby’ zu sich zu nehmen.
Schließen sich aber all diese Möglichkeiten aus, so kann auch ein älteres Tier viel Freude spenden. Leider wird häufig davon ausgegangen, dass es sich hierbei um schwierige Katzen handelt, was jedoch in den seltensten Fällen stimmt. Manchmal sind lediglich die Vorbesitzer verstorben oder in eine Wohnung gezogen, in der keine Tiere erwünscht sind. Nicht selten wird heutzutage beruflich ins Ausland umgezogen oder in der Familie sind Allergien aufgetreten, die es erforderlich machen, das geliebte Haustier abgeben zu müssen. Bedenkt man aber, dass ältere Tiere hinsichtlich ihres Temperamentes schon ebenso ruhig sind wie ein älterer Mensch, so könnte dies eine ideale Paarung sein. Wir möchten auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass man vor Tieren aus dem Tierheim keine Angst zu haben braucht. Freilich haben sie in der Regel oft Schlimmes erlebt, aber eben auch nicht immer, wie wir soeben beschrieben haben. Erfahrungsgemäß sind Tierheimkatzen oftmals die, die durch ihre dankbare Liebe besonders treue Gefährten sind.
Anschaffung/Kauf
Krallenpflege / Krallenschnitt
Wenn bei reinen Wohnungskatzen das Schärfen an Kratzbäumen nicht ausreicht, sie vermehrt hängen bleiben und beim Laufen über einen glatten Boden kratzende Geräusche machen, kann ein Krallenschnitt notwendig werden. Wir raten Ihnen unbedingt, den ersten Krallenschnitt beim Tierarzt durchführen zu lassen, um die richtige Vorgehensweise einmal vom Fachmann vorgeführt zu bekommen. Sollten Sie mit Ihrer Katze auf Ausstellungen gehen wollen, so gilt es zu bedenken, dass beispielsweise Ausstellungsrichtlinien einiger Katzenvereine einen Krallenschnitt vorschreiben, um die zu urteilenden Preisrichter vor Verletzungen durch etwa aufgeregte Tiere zu schützen. Viele Züchter schneiden ihren Zuchttieren auch speziell vor dem Deckakt die Krallen.
Genauso gibt es aber auch Meinungen, die den Krallenschnitt als unnatürlich empfinden und daher ablehnen. Gegner des Krallenschnitts geben zu bedenken, dass die Krallen aufgrund des Schneidens schneller wachsen und dicker werden und damit ein völlig unnötiger Schneidekreislauf beginnt. Eine Ausnahme dazu stellt natürlich eine Verletzung an der Kralle dar. Hängt sie ab, besteht zusätzliche Verletzungsgefahr, da das Tier leicht hängen bleiben könnte.
Anleitung zum Krallenschnitt
- Besorgen Sie im Katzenbedarf einen speziellen Nagelknipser, eine Feile, ein antiseptisches Puder und vorbeugend ein Mittel, um entstandene Blutungen zum Stillstand zu bringen.
- Durch Druck auf den vorderen Teil der Pfote kommen die Krallen heraus. Man erkennt einen rosafarbenen, durchbluteten Bereich (= Krallenmark).
- Da die hintere, oben an der Pfote sitzende Daumenkralle die schwierigste ist, empfehlen wir, sie als erste zu schneiden.
- Schneiden Sie ungefähr ein Drittel dieses nicht durchbluteten Bereichs mit sicherem Abstand zum Mark ab und fahren so mit den übrigen Krallen fort.
- Das Mark darf auf keinen Fall beschädigt werden, da es evtl. zu schmerzhaften Blutungen käme. Tragen Sie bei Verletzungen des Marks das blutstillende Mittel auf.
- Sollte eine Kralle trotz aller Vorsicht zersplittern, müssen Sie zusätzlich feilen und zwar nach vorne in Richtung Krallenspitze.



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