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Vor der Anschaffung
Wir haben eine Reihe von unserer Meinung nach wichtigen Fragen für Sie zusammengestellt. Sollten diese allesamt positiv für das Tier beantwortet werden können, so steht für unser Dafürhalten dem Einzug eines neuen Mitbewohners nichts mehr im Weg.
Wie ist die Tierhaltung in Mietwohnungen oder -häusern gesetzlich geregelt?
Ein generelles Tierhalteverbot im Mietvertrag ist gesetzlich nicht zulässig. Laut Gesetz kann das Halten von Kleintieren nicht verboten werden, vorausgesetzt der Umfang der Tierhaltung bleibt im üblichen Rahmen. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Gerichtsurteile, die zeigen, dass es bei der Auslegung des Gesetzes große Spielräume gibt.
Sollte dagegen in einem Mietvertrag explizit stehen, dass die Haltung von Katzen verboten ist, so ist dies zwar zulässig, kann jedoch häufig nicht vor Gericht durchgesetzt werden. Wenn es darüber zum Streit zwischen Mieter und Vermieter kommen sollte, so ist es beruhigend zu wissen, dass die meisten Urteile pro Tierhalter gesprochen werden. Da sich die Gesetzeslage darüber jedoch häufig ändert, sollen Sie sich auf jeden Fall vor der Anschaffung einer Katze bei dem zuständigen Mieterbund erkundigen.
Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung eines Haustiers einverstanden?
Oft geht der Wunsch nach einem eigenen Haustier von Kindern aus. Kinder können jedoch noch nicht die volle Verantwortung für eine Katze übernehmen, so viel muss klar sein. Hier sind die Eltern gefragt, den Kindern von Anfang an den Umgang mit dem Tier beizubringen und dies auch zu kontrollieren. Katzen dürfen nicht als Spielzeug verstanden werden, sondern als eigenständiges Wesen, das im Umgang klare Regeln fordert. Es macht also unseres Erachtens nach keinen Sinn, dem Kind die Haltung eines Haustiers zu erlauben, wenn man selbst nicht voll und ganz hinter dieser Entscheidung steht. Ganz gleich von wem der Tierwunsch ausgeht, alle Familienmitglieder sollten die Anschaffung eines Tiers befürworten (s. auch 'Eignung für Kinder').
Liegt eine Katzenhaarallergie bei einem Familienmitglied vor?
Sollten Sie oder jemand aus Ihrer Familie bei oder nach der Anwesenheit von Katzen mit juckenden, geröteten Augen, Schnupfen mit Niesen, Atemnot bzw. Husten reagieren, oder einen juckenden Hautausschlag nach Kratzverletzungen bekommen, so liegt der Verdacht nahe, dass eine Katzenhaarallergie vorliegt.
Grundsätzlich wird die Allergie durch Allergene aus Tierschweiß, Hautschuppen, Talg, Speichel, Tränenflüssigkeit oder dem Kot der Tiere ausgelöst. Die meisten Katzenallergene befinden sich an Haaren und Hautschuppen der Tiere, die beim Fellputzen gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt werden. Von da aus gelangen sie praktisch in den ganzen Haushalt. Die meisten Allergene sitzen im Übrigen im Gesicht einer Katze. Wer also glaubte eine Allergie durch die Anschaffung einer Nacktkatze zu umgehen, hat sich getäuscht, da auch sie Hautschuppen produzieren - von den Bedenken bezüglich einer Qualzucht ganz zu schweigen.
Unser Rat: Schließen Sie allergische Unverträglichkeiten bereits vor der Anschaffung einer Katze aus, indem Sie mehrere Male für einige Stunden einen anderen Katzenhalter aufsuchen und sich und ihre Lieben währenddessen und danach genau beobachten. Da die meisten Allergien erst nach häufigerem Kontakt mit einem Tier auftreten, sollten die Besuche bei anderen Katzenhaltern zeitmäßig nicht zu knapp ausfallen.
Die gute Nachricht: Man hat herausgefunden, dass Katzenallergiker ganz unterschiedlich auf verschiedene Katzenrassen reagieren, da Katzen, je nach Alter, Rasse und Geschlecht unterschiedliche Mengen an Allergensubstanzen absondern. Gehen Sie bei der Abklärung der Allergiethematik sorgfältig und mit viel Ausdauer um, denn immerhin besteht die Gefahr des Erwerbs eines allergischen Asthmas, falls eine Katzenhaarallergie ignoriert wird.
Habe ich genug Zeit für eine Katze?
Fragen Sie sich, ob Sie einen geregelten Tagesablauf gewährleisten können, denn nur so können Sie dem Tier gerecht werden, da es Routine liebt. Katzen gewöhnen sich zwar schnell daran, über viele Stunden tagsüber oder auch nachts alleine zu sein, dennoch ist es ihnen andersherum viel lieber. Diesen Punkt haben wir sehr ausführlich unter 'Eignung für Berufstätige' behandelt.
Welche Haltungsbedingungen kann ich einer Katze bieten?
Wird die Katze die Möglichkeit zum Freigang haben, oder wird sie eine Wohnungskatze bleiben? Die Freigängerkatze hat natürlich wesentlich mehr Ablenkungsmöglichkeiten als eine Wohnungskatze. Lesen Sie ausführlich unsere Informationen dazu nach (unter'Freigang oder Wohnungshaltung').
Bei reinen Wohnungskatzen ist es daher umso wichtiger, dass Sie das Tier mit abwechslungsreichen Spielsachen permanent beschäftigen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen (s. auch 'Zubehör einer Katze').
Sollten Sie vorhersehen können, dass Sie beruflich viel unterwegs sein müssen und das über einen voraussichtlich sehr langen Zeitraum, raten wir Ihnen von der Anschaffung einer Katze dringend ab.
Welche Kosten müssen für eine Katze aufgebracht werden?
Je nach Herkunft und Rasse muss mit Anschaffungskosten bis zu 1.500 Euro pro Tier gerechnet werden. Die Erstausstattung für Transportkorb, Kratzbaum, Klo, Futterschälchen, Spielsachen liegt bei weiteren 150 bis 300 Euro.
Für den monatlichen Unterhalt sollte man um die 50 Euro veranschlagen und für tierärztliche Untersuchungen und Impfungen noch einmal ca. 100 Euro im Jahr.
Lassen Sie sich nicht von den hohen Anschaffungskosten abschrecken - ein Tier aus einer guten Zucht hat seinen Preis. Im Vordergrund sollten die lebenslangen Kosten für Tierarzt, Futter, Einstreu, etc. stehen. Vor allen Dingen im Alter können Tiere chronische Erkrankungen aufweisen, die häufige Tierarztbesuche mit sich bringen.
Bin ich bereit über viele Jahre für eine Katze zu sorgen?
Katzen werden im Durchschnitt zwischen 12 und 15 Jahre alt, manche sogar noch deutlich älter. So gesehen dauert ein Katzenleben länger als so manche Ehe heutzutage. Bin ich wirklich bereit mich für eine so lange Zeit an ein Tier zu binden und ihm auch einen schönen Lebensabend zu gewähren? Sollten Sie beruflich mittelfristig planen ins Ausland zu gehen, so sind in manchen Ländern Quarantänevorschriften zu beachten, über die es sich vorher zu informieren gilt.
Bin ich bereit für den erforderlichen (Pflege-)aufwand?
Katzen lieben Ordnung und Sauberkeit geradezu und gelten als außegewöhnlich reinliche Tiere. Niemals sind Katzen schmutzig oder riechen unangenehm. Ausdauernd und höchst effektiv putzen sie ihr Fellkleid mit ihrer rauen Zunge, auch wenn es bei Langhaarkatzen der zusätzlichen, täglichen Fellpflege durch den Menschen bedarf. Doch allen Sauberkeitsbemühungen zum Trotz, kann es die Katze nicht verhindern, dass sie beim Fellwechsel Haare verliert, die vielleicht den ein oder anderen Halter stören. Katzenhaare im Gesicht, auf dem Sofa und der Kleidung sind nicht Jedermanns Sache. Bedenken Sie dies, denn es wäre schade, wenn Sie sich deshalb von Ihrer Katze trennen würden.
Sauberkeit erwartet die Katze auch von ihrem Halter, der schon im eigenen Interesse (Geruch!) auf ein peinlich sauberes Katzenklo achten sollte, da sie sich sonst ein anderes „Örtchen“ sucht und unter Umständen ein Negativkreislauf der Unsauberkeit beginnt. Gerade bei reinen Wohnungskatzen darf der Halter weder mit dem Platz, den ein Katzenklo einnimmt, noch mit den entstehenden Gerüchen ein Problem haben (s. auch 'Rund um die Katzentoilette').
Sicherlich erfordert das Aufstellen eines Kratzbaums ebenfalls Aufwand, aber immerhin ist er nur einmalig - und die Freude des Tiers darüber wiegt dies allemal auf.
Bin ich ein Katzenmensch?
Um diese Frage für sich zu beantworten, sollte man sich die grundsätzlichen Charaktereigenschaften von Katzen vor Augen führen.
Katzen sind Individualisten. Sie machen was sie wollen, gehorchen nicht und ordnen sich auch nicht unter wie das etwa Hunde tun. Nicht der Mensch sondern die Katze bestimmt den Kontakt. Katzen gelten daher als stolz und unabhängig und passen vielleicht auch eher zu Menschen, die diese Eigenschaften schätzen. Der Formbarkeit und Vielseitigkeit eines Hundes stehen Eigenwilligkeit und Selbstständigkeit einer Katze gegenüber. Katzen nehmen die ganze Wohnung in Beschlag und lassen sich oft nur unter Protest aus einem Zimmer aussperren.
Katzen sind in der Regel Gewohnheitstiere und reagieren auf Veränderungen nicht selten mit Verhaltensauffälligkeiten. Wer sehr viel Veränderung und Unruhe in seinem Alltag hat, sollte auf die Anschaffung einer Katze daher eher verzichten.
Fazit
Sollten Sie alle Fragen für sich so beantwortet haben, dass die Frage nach der Anschaffung einer Katze mit einem klaren „Ja“ entschieden wird, so freuen wir uns sehr für Sie. Katzen beruhigen die Seele und das Schnurren einer Katze lässt so manchen Kummer vergessen. Es ist längst medizinisch erwiesen, dass Katzen aufgrund ihrer ruhigen Ausstrahlung vorbeugend gegen Herz- und Kreislauferkrankungen wirken.


