Haustiere




Allgemeines

Familie mit Hund

Familie mit Hund

Was genau versteht man unter dem Begriff ‚Haustier’? Seit wann spricht man von Haustieren und wie kam es eigentlich zur Haustierhaltung? Ist die Haustierhaltung verknüpft mit der Sesshaftwerdung des Menschen und wenn ja, wie genau ging dieser Prozess von statten? Inwieweit verdanken wir Menschen den Haustieren unser Überleben?

Diesen Fragen und einigen mehr geht ANIMALUS in diesem Haustierporträt auf den Grund. Auf einer faszinierenden Reise durch Raum und Zeit fügen sich dabei viele längst bekannte Puzzleteile zu einem harmonischen Ganzen zusammen und einmal mehr zeigt sich wie Mensch und Tier sich seit jeher bedingt haben.

Geschichte der Haustiere

Die Geschichte der Domestikation (Zähmung und planmäßige Züchtung von Haustieren aus Wildtieren) scheint so alt zu sein wie der Mensch selbst und hat maßgeblich, wenn nicht überwiegend, das Überleben der gesamten Menschheit sichergestellt und damit verbunden ein Ansteigen der Bevölkerungszahl mit sich gebracht.

Die Entdeckung Amerikas 1492 gilt als Beginn eines weltweiten Transfers von Flora und Fauna; durch die zunehmende Mobilität und Ausbreitung des Menschen über den gesamten Erdball wurden viele wilde und domestizierte Tierarten zugunsten des Menschen verdrängt oder gar ausgerottet bzw. begann eine nicht mehr aufzuhaltende Verschiebung von Artenzusammensetzungen.

Domestizierung / Domestikation

Als Domestikation wird die allmähliche Umwandlung von Wildtieren in Haustiere (lat. domus = das Haus) durch den Menschen bezeichnet. Sie werden isoliert von ihren Wildtierarten gezüchtet, um entweder als Nutztiere eingesetzt, oder aus Liebhaberei gehalten zu werden. Dabei leben sie nicht frei, sind an den Menschen gewöhnt und abhängig von ihm.

Haustiere sind neue Rassen, da die in freier Wildbahn vorherrschenden Selektionsverfahren aufgrund isolierter Züchtung entfielen und sie sich dadurch im Laufe der Zeit hinsichtlich körperlicher, aber auch charakterlicher Eigenschaften stark veränderten. Demnach gingen viele typische Eigenschaften verloren, während andere sich verstärkten; dies geschah anfangs sicherlich eher ungewollt, in der neueren Zeit ist dies jedoch meist gewollt. Das erklärt, warum viele, ehemals wilde Tiere in der freien Wildbahn nach einer Phase der Domestizierung nicht mehr überlebensfähig sind.

Man unterscheidet zwischen Heimtieren und Haustieren.
Heimtiere leben sehr nah am und mit dem Menschen und werden meistens in den eigenen Wohnräumen gehalten. Sie erfüllen dabei keinen Nutzen, sondern dienen der reinen Zuneigung, Faszination oder Zierde eines Menschen.
Haustiere sind Tierarten, die vom Menschen als Heim- oder als Nutztiere gehalten werden. So kann ein Hund Heimtier aus Liebhaberei sein, aber auch Nutztier, indem er als Jagdhund wertvolle Dienste leistet.

Ursprung und Geschichte

Die Anfänge der Züchtung von Wildtieren lagen im Überleben des Menschen begründet, dienten also der reinen Nutztierhaltung auf allen Kontinenten und in fast allen Kulturen. Der Mensch brauchte sie, um Nahrungs- und Rohstoffmengen zu steigern und dabei effizienter zu sein als ihm dies beispielsweise bei oft langwierigen und sehr gefährlichen Jagdausflügen möglich war. Die Männer einer Sippe fehlten auf der Suche nach Nahrung oft über mehrere Wochen und konnten Frauen, Kinder und Alte nicht beschützen, die dann wiederum oft Angreifern oder anderen Wildtieren zum Opfer fielen. Der Nutzen von Haustieren war also immens groß und für das Überleben des Menschen und den Anstieg der Bevölkerungszahl von unermesslichem Wert.

Der Wolf - erster Weggefährte des Menschen?

Der Wolf - erster Weggefährte des Menschen?

Molekularbiologen, die sich mit der Struktur, Biosynthese und Funktion von DNA und RNA auf molekularer Ebene und wie diese untereinander und mit Proteinen interagieren, befassen, vermuten aufgrund von Erbgutanalysen von Hund und Wolf, dass die Domestizierung des Wolfes schon in der letzten Eiszeit vor 135.000 Jahren erfolgt sein könnte. Andere Wissenschaftler befürworten die Theorie der Domestizierung des Hundes vor 15.000 Jahren. Wie auch immer! Wenn man bedenkt, dass der Mensch erst vor ca. 10.000 Jahren mit der Landwirtschaft begonnen hat, wird klar, wie lange schon Mensch und Wolf/Hund miteinander verbunden sind.

Als der Mensch sesshaft wurde, Häuser und Siedlungen zu bauen begann, wurden Tiere domestiziert und als Nutztiere zu Zug- und Tragleistungen für die Bearbeitung ihrer Äcker und Felder eingesetzt. Ab etwa 8.000 vor Christus begann man Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen zu züchten, um schneller zu mehr Nahrung zu gelangen, als das bisher der Fall gewesen war. Zunächst galten alle Tiere als Fleisch- und Nahrungslieferanten, während man schon bald erkannte, dass auch Käse und Milch von unschätzbarem Wert waren, Tierfell vor Erfrieren schützt und daraus Kleidung unter Zuhilfenahme getrockneter Tiersehnen gefertigt werden konnte

Um 6.500 v. Chr. vermutet man vielerorts die Domestizierung des Auerochsen. Man glaubt auch, dass die ersten Rinder aus Kultzwecken gehalten wurden, um sie der Mondgöttin als Sinnbild der Fruchtbarkeit zu opfern.

Etwa 6.000 v. Christus wurden das Dromedar und 5.500 v. Christus der Ochse domestiziert, später Esel und Pferd, die zunächst als Lasttiere, später als Zug- und dann als Reittiere eingesetzt wurden. So leisteten in Europa Esel, Pferd und Rind unschätzbare Dienste beim Acker- oder Häuserbau, indem sie unermüdlich Lasten schleppten, die für den Menschen alleine nicht zu bewältigen waren. Zur selben Zeit etwa begannen asiatische Könige mit dem Abrichten von Elefanten, die als Arbeitstiere und Kriegsgerät eingesetzt wurden. Vor ca. 3.500 Jahren erkannte man das überaus große Verdienst von Katzen, die die Kornkammerspeicher der alten Ägypter von Mäusen freihielten und so ihren Beitrag zum Fortbestand eines Volkes leisteten. Man domestizierte sie und verehrte sie sogar als Göttin. Etwa zur selben Zeit wurden Ente und Huhn zu Haustieren, 2.000 Jahre später folgten Kaninchen.

Erst nach Christi Geburt züchtete man Tiere auch zum reinen Vergnügen. Grundsätzlich hängt dies wohl auch damit zusammen, dass jedwede Kultur, deren Fortbestand und Überleben gesichert war, sich den Luxus leisten konnte, sich aus emotionalen Gründen einem Tier anzunähern.

Im Mittelalter hielten sich die adligen Kreise Hunde zur Jagd, verfeinerten die Kunst der Zucht und Jagd und später hielten sich die Damen des englischen Hochadels Hunde aus reiner Liebhaberei. Dem englischen Stuart König Jakob I. (17. Jh.) warf man gar vor, er würde Hunde mehr lieben als sein Volk.

Im 18. Jahrhundert erfreuten sich Möpse, Spitze und Pudel großer Beliebtheit. Bereits 1830 wurde die Hundesteuer eingeführt. Später, im Dritten Reich wurden Schäferhunde zu Propagandazwecken missbraucht und oft auf Fotos mit Hitler dargestellt. Ab 1942 durften Juden keine Haustiere mehr halten, da, so die damals offizielle Begründung, „die Strapazen der Deportationen dem Tierschutzgesetz widersprachen“ (!). So wurden Hunde in Konzentrationslagern eingesetzt und durften im Gegensatz zu Frauen Uniformen tragen (!).

War auch das Pferd vormals Nutztier, so hat sich seine Rolle heute in Europa dahingehend gewandelt, dass es fast nur noch aus Liebhaberei privat gehalten wird, um es in der Rennindustrie und im Sport einzusetzen.

Affen, Mäuse und Ratten werden seit dem letzten Jahrhundert als Versuchstiere für medizinische Forschung vermehrt, was wiederum, allerdings anders als früher und auch sehr umstritten, dem Überleben der Menschheit dienen soll.

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden aus Gründen der Liebhaberei und Exotik auch Aquarientiere, Hamster, Maus, Wellensittich, Nymphensittich, Kanarienvogel domestiziert.

Domestikationseffekt

Haustiere sind Unterarten ihrer wild lebenden Vorfahren. Aufgrund der von ihrer Wildart isolierten Züchtungen über viele Generationen hinweg gingen viele typische körperliche Charakteristika und Verhaltensweisen verloren und neue Rassen entstanden. In der Wissenschaft nennt man dies den Domestikationseffekt.

Nackthund

Nackthund

So ist die Verringerung des Brutpflegeverhaltens nur einer von vielen Effekten. Die Gehirnmasse, besonders in den für die Verarbeitung der Sinneseindrücke wichtigen Arealen des Gehirns, schrumpfe um fast ein Drittel; so treten auch vermehrt Hängeohren auf, eine steilere Stirn, Fett- und Muskelmasse haben sich oder wurden zu Gunsten des Menschen verändert. Die Eutergröße von Milchkühen wurde züchterisch beeinflusst, so dass mehr Milch erwirtschaftet werden kann. Zur Verteidigung notwendige Waffen wie Hörner, Gebiss und Krallen haben sich reduziert sowie das Aggressionsverhalten. Viele Tiere wie das Schwein etwa haben ihr Fell gänzlich verloren bzw. sind ehemals wichtige Tarnfarben anderen Farbvarianten gewichen. Aufgrund veränderter Ernährungsgewohnheiten hat sich der Magen-Darm-Trakt bei vielen Tieren angepasst und Fortpflanzung ist mittlerweile häufig das ganze Jahr über möglich und nicht mehr saisonal bedingt.

Haustierkategorien

Grundsätzlich wird in der Haustierhaltung je nach Motiv, Ziel und Art der Haltung zwischen verschiedenen Haltungsformen unterschieden. Jeder Haustierhalter hat andere Bedürfnisse, Wünsche und Gründe, weshalb er sich für den Erwerb eines Tieres entscheidet. Davon hängt ab, wie und wo ein Tier gehalten wird.

Es macht einen Unterschied, ob man sich ein Tier anschafft, wie dies bei vielen älteren Menschen der Fall ist, weil man einsam ist, oder einfach jemanden haben möchte, um den man sich kümmern kann. So dienen vor allen Dingen Hunde oftmals als Kindersatz. Andere wiederum wollen unbedingt auffallen mit einem Tier, das nicht jeder hat und unter der Kategorie exotisch oder modisch rangiert und Landwirte beispielsweise benötigen ihre Tiere für landwirtschaftliche Zwecke und ihr Fleisch bzw. ihre Produkte somit für den eigenen Lebensunterhalt.

Exotische Haustiere

Rote Milchschlange

Rote Milchschlange

Als besondere Haustiere bezeichnet man die Tiere, die nicht als landesübliche Haustiere sondern als sogenannte Exoten bezeichnet werden.

Dazu gehören exotische Spinnen oder Schlangen, verschiedenste Beuteltiere, Krokodile oder ähnlich skurrile oder auch oft gruselige Tiere. Mit ihnen fällt man auf, zeigt einen gewissen Reiz an Ausgefallenheit und holt sich ein Stück andersartiger Fauna ins Haus (Tierwelt eines bestimmten Gebietes).

Die Zahl der aus diesen Gründen gehaltenen besonderen Haustiere steigt in den letzten Jahren eklatant an. Ihr Erwerb geschieht leider häufig illegal, die Haltungsbedingungen sind oftmals sehr schlecht und viele Tiere, mit denen die Besitzer irgendwann einmal überfordert sind, werden auf dem Schwarzmarkt angeboten, getötet oder gar über die Kanalisation achtlos entsorgt und ihrem Schicksal überlassen. Andere werden ausgesetzt, wo sie häufig im kalten Winter verenden bzw. eine Gefahr für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt oder für den Menschen darstellen.

Modehaustiere

Sie gehören zu den Tieren, die je nach Zeitgeist und modischem Trend gerne angeschafft werden und in einem Umfeld leben, das sich von dem ihrer Vorfahren deutlich unterscheidet.

Fleckenschweinchen

Fleckenschweinchen

Vor einigen Jahren waren das Chinchillas, nach dem Film „Ein Schweinchen namens Babe“ kam es in Amerika plötzlich in Mode, sich ein Hausschwein zu halten und ähnlich verhält es sich bei Rassehunden. Was in den 70er und 80er Jahren Pudel, Schäferhund, Dackel und Spitz waren, sind heute Jack Russell Terrier, Australian Shepherd und Westhighland White Terrier. Oftmals werden sie sehr schnell gezüchtet, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann und nicht selten landen Modehaustiere bei Abflachen des Trends in Tierheimen.

Nutztiere

Bemalter Elefant

Bemalter Elefant

Bei Nutztieren und deren Haltung steht der ökonomische Aspekt im Vordergrund. Ihr Nutzen als Transport- oder Arbeitstiere ging durch die zunehmende Industrialisierung, die in den letzten Jahrzehnten vor allen Dingen in Europa Einzug hielt, zurück, wohingegen sie in Ländern wie Indien oder anderen Ländern der Dritten Welt nach wie vor von unermesslichem Wert sind. Nutztiere sind Rohstoff- und Nahrungslieferanten und der Mensch zieht großen Nutzen aus Fleisch, Fell, Wolle, Milch, Knochen etc. der Tiere.

Dennoch befindet sich die Nutztierhaltung in einem Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Erfordernissen und gesellschaftlichen Erwartungen und Wünschen. Die Betriebe werden durch den zunehmenden Wettbewerb und das preisbewusste Einkaufsverhalten der Verbraucher gezwungen, ihre Produktionskosten fortlaufend zu senken und sehen sich auf der anderen Seite den heutigen Produktionsmethoden der Nutztierhaltung gegenüber, die nur selten den Anforderungen von Tierschützern entsprechen.

Bei der Nutztierhaltung spielt die Zuneigung zwischen Tier und Mensch eine eher untergeordnete Rolle und man unterscheidet zwischen verschiedenen Haltungsformen.

Heimtiere

Heimtiere sind Tiere, die privat gehalten werden, ob domestiziert oder wild oder aus Gründen der Liebhaberei. Es können domestizierte Nutz- oder Haustiere sowie nicht domestizierte Wildtiere sein.

Wildtiere

Tiger

Tiger

Wildtiere sind Tiere, die nichtdomestiziert sind, wild, frei und unabhängig vom Menschen leben und sich fortpflanzen.

Was die Domestizierung von Wildtieren durch den Menschen anbelangt, so begann sie bereits vor vielen Jahrtausenden. Der Domestizierungsprozess vom Wolf zum Hund, der später nützlicher Jagdbegleiter des Menschen wurde und somit einen wesentlichen Beitrag zu dessen Überleben leistete, kam eher durch Zufall zustande (siehe auch ANIMALUS Hundeporträt, Domestikationsprozess). Im Laufe der Geschichte gab es dann immer wieder unterschiedliche und sich ändernde Gründe: So war der Kampf der Gladiatoren gegen Löwen Jahrtausende später beispielsweise pure Belustigung und Zeitvertreib des römischen Volkes.

Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass es ausschließlich den Hochkulturen finanziell und personell möglich war, Wildtiere ohne jeglichen ökonomischen Nutzen zu halten. Im Vordergrund stand die Zurschaustellung vorhandenen Vermögens und Einflusses.

Ganz anders als früher sind heute so viele Wildtierarten vom Aussterben bedroht, dass ihr Überleben oftmals nur noch in Gefangenschaft sicher gestellt werden kann. Und das, obwohl gefangen gehaltene Wildtiere unglaublich hohe und im Grunde genommen kaum nachahmbare Ansprüche an ihre Umwelt stellen!

Die Wildtierhaltung ist in den europäischen Ländern per Gesetz geregelt und schreibt tiergerechte Haltung sowie Pflege vor und verbietet jegliches Leid für die Tiere. Dennoch bleibt zu bemängeln, dass im deutschen Bundestierschutzgesetz weder Jagd noch Fischerei berücksichtigt werden, was bedeutet, dass große Bereiche der Wildtierhaltung völlig außer Acht gelassen werden und somit ungeschützt bleiben.

Arten von Wildtierhaltung

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die unterschiedlichen Arten der Wildtierhaltung, führen Gründe an, wie es dazu kam und welche Kritikpunkte über die eine oder andere Haltungsart bestehen.

Wildtierhaltung in Zoos

Aus wissenschaftlichen Gründen etablierte sich im 18. und 19. Jahrhundert die Haltung von Wildtieren in Zoos (Delphinarium, Meeresparks). Damals wie heute spielte und spielt der Natur- und Artenschutzgedanke dabei eine übergeordnete Rolle; vom Aussterben bedrohte Tierarten sollen geschützt und deren Fortbestand gesichert werden. Die Bedrohung der Artenvielfalt schritt im ver-gangenen Jahrhundert bereits derart rapide voran, dass viele Wissenschaftler zoologische Gärten wie den New Yorker Bronx-Zoo, den Londoner Zoo, den Tierpark Berlin, oder auch den Zoo von San Diego als letzte Hoffnung für das Überleben vieler Arten sehen. Diese agieren langfristig und berücksichtigen bereits bei der Zucht vorausschauend die Wiederansiedlung der Tiere in ihre natürlichen Lebensräume.

Dennoch entzünden sich seit jeher viele Konflikte an dieser Art der Tierhaltung, denn, was die einen als nicht artgerecht und unnatürlich empfinden, sehen die anderen als unabdingbare Notwendigkeit zum Artenerhalt. Letztendlich wird jede lebhafte Diskussion über artgerechte Tierhaltung, so sie konstruktiv und ehrlich und nicht nur medienwirksam geführt wird, den Tieren nutzen und sollte daher wohlwollend aufgenommen werden. Denn nur gemeinsam lässt sich möglicherweise retten, was noch zu retten ist. Schließlich muss artgerechte Tierhaltung oberste Priorität haben.

Wildtierhaltung im Gehege

Bache mit Frischlingen

Bache mit Frischlingen

Die Gehegehaltung dient nicht nur der Gewinnung von Wildfleisch sondern auch anderer Ressourcen wie Eier oder Pelze und ist durch Tierschutz- und Naturschutzgesetze strengstens geregelt. Besonders beliebt sind Hirsche, Rehe, Wildschweine, Fasane u.v.m., zumal Wild auf den Speisekarten derzeit wieder Hochkonjunktur hat und die starke Nachfrage über den Weg der Jagd allein nicht mehr abgedeckt werden kann. Bei der Gehegehaltung von Wildtieren handelt es sich um einen Wachstumszweig der deutschen Landwirtschaft, was vielleicht daran liegen mag, dass das Vertrauen in die Qualität von Rind- und Schweinefleisch bei den Verbrauchern in den letzten Jahren durch zahlreiche Skandale so stark enttäuscht wurde, dass man nun auf Wildfleisch setzt, das bislang noch nicht krisengebeutelt ist.

Private Wildtierhaltung

Die private Wildtierhaltung ist ebenfalls sehr umstritten und bedarf der behördlichen Bewilligung und je nach Tierart eines Befähigungsnachweises des Tierhalters. Diese Form der Wildtierhaltung ist tatsächlich kritisch zu sehen, da der Wunsch des Halters nach einer besonderen Tierart zurücktreten sollte vor dem Artenschutzgedanken.

Wildtierhaltung im Zirkus

In Österreich ist die Haltung und Mitwirkung von Wildtieren in Zirkussen verboten. Wildtiere haben die Angewohnheit in unbegrenzten Territorien zu leben und zu jagen. Im Zirkus, oder auch in Zoos kann dies nicht sichergestellt werden und oftmals haben die Tiere stereotype Verhaltensweisen und nicht umsonst gelingt die Fortpflanzung dieser Tiere nur sehr selten. Daher wird diese Tierhaltung sehr kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert.

Wildtiere im Dienste des Menschen

In Bezug auf den positiven Nutzen von Wildtieren für den Menschen hinsichtlich seiner psychischen und physischen Gesundheit weiß die Wissenschaft noch sehr wenig und bestimmt noch längst nicht alles. Es ist noch nicht lange her, seit man weiß, dass Hunde in der Lage sind, bei Menschen Krebs zu diagnostizieren (siehe Hundeporträt, Der Hund als Krebsdiagnostiker, Artikel folgt in Kürze). So werden Mediziner und Verhaltenspsychologen in der Zukunft sicherlich noch mit einer Reihe von Überraschungen darüber aufwarten, welche Heilkräfte Wildtiere und Haustiere auf uns Menschen ausüben können.

Delphintherapie

Delfin

Delfin

Musik, warmes Wasser und Tiere stimulieren und erhöhen vor allen Dingen die Konzentrationsfähigkeit von Behinderten. Diese wissenschaftliche Erkenntnis wird seit ca. 20 Jahren bei der Delphintherapie genutzt und die Erfolge bei der Linderung von Leiden sind nicht mehr von der Hand zu weisen. Lernbereitschaft und Aufnahmefähigkeit von Kindern, die mit Delphinen gearbeitet haben, steigen im Vergleich zu anderen Therapieformen immerhin um das zwei- bis zehnfache.

Aber, auch hier verstummen die Rufe der Gegner dieser Art von Tierhaltung nicht. Das amerikanische Tierschutzgesetz schreibt daher vor, dass Delphine nicht mehr als 2 Stunden pro Tag für Therapiezwecke eingesetzt werden dürfen.

Gesetzliche Regelungen

Bezüglich gesetzlicher Regelungen zum Schutz unserer Tiere ist in den vergangenen Jahrzehnten viel passiert und das tut es noch immer. Es lohnt also, sich dann und wann zu informieren und sich darüber zu freuen, wie weit das Bewusstsein darüber, dass wir unsere Tiere schützen müssen, bereits gediehen ist.

Tierschutzgesetz

www.tierundnatur.de

Da die verschiedenen Formen der Tierhaltung schon seit jeher in der Kritik stehen, wurde jedwede Haltung von Tieren im Tierschutzgesetz geregelt und zur Anwendung gebracht.

§ 2: Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

  • 1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  • 2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  • 3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

§ 2a

(1) Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Bundesministerium) wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates, soweit es zum Schutz der Tiere erforderlich ist, die Anforderungen an die Haltung von Tieren nach § 2 näher zu bestimmen und dabei insbesondere Vorschriften zu erlassen über Anforderungen

  • 1. hinsichtlich der Bewegungsmöglichkeit oder der Gemeinschaftsbedürfnisse der Tiere,
  • 2. an Räume, Käfige; andere Behältnisse und sonstige Einrichtungen zur Unterbringung von Tieren sowie an die Beschaffenheit von Anbinde-, Fütterungs- und Tränkvorrichtungen,
  • 3. hinsichtlich der Lichtverhältnisse und des Raumklimas bei der Unterbringung der Tiere,
  • 4. an die Pflege einschließlich der Überwachung der Tiere; hierbei kann das Bundesministerium auch vorschreiben, dass Aufzeichnungen über die Ergebnisse der Überwachung zu machen, aufzubewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen sind,
  • 5. an Kenntnisse und Fähigkeiten von Personen, die Tiere halten, betreuen oder zu betreuen haben und an den Nachweis dieser Kenntnisse und Fähigkeiten bei Personen, die gewerbsmäßig Tiere halten, betreuen oder zu betreuen haben.

  • (1a) Das Bundesministerium wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates, soweit es zum Schutz der Tiere erforderlich ist, Anforderungen an Ziele, Mittel und Methoden bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Tieren festzulegen.

    (2) Das Bundesministerium wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Verkehr durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates, soweit es zum Schutz der Tiere erforderlich ist, ihre Beförderung zu regeln. Es kann hierbei insbesondere

    1. Anforderungen a) hinsichtlich der Transportfähigkeit von Tieren und b) an Transportmittel für Tiere festlegen,

    • 1a. bestimmte Transportmittel und Versendungsarten für die Beförderung bestimmter Tiere, insbesondere die Versendung als Nachnahme, verbieten oder beschränken,
    • 2. bestimmte Transportmittel und Versendungsarten für die Beförderung bestimmter Tiere vorschreiben,
    • 3. vorschreiben, dass bestimmte Tiere bei der Beförderung von einem Betreuer begleitet werden müssen,
    • 3a. vorschreiben, dass Personen, die Tiertransporte durchführen oder hierbei mitwirken, bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten haben und diese nachweisen müssen,
    • 4. Vorschriften über das Verladen, Entladen, Unterbringen, Ernähren und Pflegen der Tiere erlassen,
    • 5. als Voraussetzung für die Durchführung von Tiertransporten bestimmte Bescheinigungen, Erklärungen oder Meldungen vorschreiben sowie deren Ausstellung und Aufbewahrung regeln,
    • 6. vorschreiben, dass, wer gewerbsmäßig Tiertransporte durchführt, einer Erlaubnis der zuständigen Behörde bedarf oder bei der zuständigen Behörde registriert sein muss, sowie die Voraussetzungen und das Verfahren bei der Erteilung der Erlaubnis und bei der Registrierung regeln,
    • 7. vorschreiben, dass, wer Tiere während des Transports in einer Einrichtung oder einem Betrieb ernähren, pflegen oder unterbringen will, einer Erlaubnis der zuständigen Behörde bedarf, und die Voraussetzungen und das Verfahren der Erteilung der Erlaubnis regeln; soweit dies zur Durchführung von Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft erforderlich ist.

    Gesetzliche Regelungen zur Heimtierhaltung

    Darüber, welche Arten als Heimtiere zu privaten und nichtgewerblichen Zwecken gehalten werden dürfen, entscheiden in Deutschland die Länder. So führte das Land Hessen im Oktober 2007 ein Verbot der Wildtierhaltung ein. Dazu zählen neben mehreren Skorpion- und Giftspinnenarten vor allem Reptilien, Krokodile, einige Würge- und zahlreiche Giftschlangenarten.

    Gesetzliche Regelungen zur Wildtierhaltung

    www.naturschutzrecht.net

    Reh mit Kitz

    Reh mit Kitz

    Eine Vielzahl an Regelungen ordnet die Wildtierhaltung. Seit 1999 gibt es seitens der EU eine Richtlinie über die Wildtierhaltung in Zoos. § 51 des Gesetzes zur Neuregelung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege und zur Anpassung anderer Rechtsvorschriften bzw. die einzelnen Naturschutzgesetze der Bundesländer regeln seit 2002 in Deutschland alle Angelegenheiten, die die Tierhaltung in zoologischen Gärten betreffen. Demnach müssen Zoos bei Verstößen Tierarten abgeben oder können gar geschlossen werden.

    Stand: 12/2008

    Haustierhaltung in anderen Ländern

    Die Geschichte der weltweiten Haustierhaltung zeigt, dass Tiere zunächst immer als Nutztiere ihren Dienst am Menschen leisteten und sein Überleben sicherten, indem sie ihm Nahrungs- und/oder Felllieferant waren. Erst mit zunehmendem Wohlstand und fortschreitender Industrialisierung etablierte und etabliert sich bis heute die Haustierhaltung aus reiner Liebhaberei.

    Haustierhaltung in China

    Chinesisches Mädchen mit Hund

    Chinesisches Mädchen mit Hund

    Mit Gründung der Volksrepublik China in 1949 wurde jedwede Haustierhaltung in China verboten. Es galt als unhygienisch, mit Tieren in einem Haushalt zusammenzuleben und zudem wurde mit den ohnehin knappen Nahrungsvorräten gegeizt. Daher hatte das Thema Haustierhaltung keinerlei Stellenwert und so kommt es wohl auch, dass in China Hunde und Katzen auf Speisekarten zu finden sind und der Handel mit Tierfellen floriert. Da jede Unternehmensneugründung vom Staat finanziell unterstützt wird, sind in den letzten 5 Jahren Hundezuchtfarmen aus dem Boden geschossen. Vordergründig als Haustier eingeführt, erfreut sich der Bernhardiner großer Beliebtheit. Er wird mit Mongolischen Fleischhunden gekreuzt, nicht etwa um eine neue Rasse zu generieren, sondern, um die Fleischwarenindustrie zu beliefern. Die Vorteile, den Bernhardiner in die dort gängige Fleischproduktionskette einzubringen, liegen im schnellen Wachstum dieser Rasse und der großen Welpenanzahl eines Wurfes. Zudem wird der Bernhardiner schnell erwachsen, was sich positiv auf die Haltungskosten auswirkt. Da sein Fleisch aber recht langweilig schmeckt, wird er mit dem wohl schmeckenden Mongolischen Fleischhund gekreuzt.

    Die Widerstandskraft chinesischer Hunderassen rührt maßgeblich daher, dass nur Hunde überlebt haben, die in der Lage waren, sich ausschließlich selbst um die Beschaffung ihrer Nahrung zu kümmern und sich im wahrsten Sinne des Wortes „durchbeissen“ mussten. Dem Gesetz der natürlichen Selektion entsprechend überlebten nur die widerstandsfähigsten und robustesten Tiere.

    Seit geraumer Zeit gibt es in Chinas Mittelschicht einen Trend zur Haustierhaltung und somit auch eine Einsicht in Bezug auf die Notwendigkeit von Tierschutz. Da die Globalisierung auch in China einsetzt und internationale Verhaltensnormen publik werden, ist es mehr und mehr unpopulär Hundefleisch zu verzehren.

    Da sich die Fälle von Tollwut in den letzten Jahren dramatisch erhöht haben und die Überpopulation gewisser Tierrassen überhand nimmt, gibt es seit 2006 die „Ein-Hund-Politik“. Hunde ohne Lizenz, Hunde über 35 cm Schulterhöhe und als gefährlich eingestufte Rassen werden getötet und grausam abgeschlachtet. Statt mit wirksamen Kampagnen wie einem vorsorglichen Impfen zu agieren, verharrt die Regierung lediglich in reaktivem Tun. Schon seit langem fordern daher Tierschützer stärkere gesetzliche Regelungen, da ihrer Meinung nach nur dann Verhalten und Kultur nachhaltig beeinflusst und im Laufe der Zeit verändert werden können.

    Haustierhaltung in Japan

    Kois

    Kois

    Auch wenn in Japan beinahe in jedem zweiten Haushalt ein Haustier lebt, sind Tierquälerei, Aussetzen, Verhungern und staatliche Tötungen von Heimtieren durch Vergasen fast normal. Und da Privathaushalte auf staatliche Anordnung nur eine begrenzte Zahl von Tieren halten dürfen, ist es nicht verwunderlich, dass der Fisch nach dem Hund und vor der Katze zum zweit beliebtesten Tier gehört und der illegale Heimtierhandel im Internet floriert.

    Da es in Japan kein Gesetz gibt, das das Leben von Heimtieren ausreichend schützt, verenden Tiere, so sie aus der Mode kommen, oft qualvoll in Kartons oder irgendwelchen Hinterhöfen. Zudem gibt es keine Tierheime, wo Tiere bis zu ihrer artgerechten Vermittlung verbleiben könnten; der Großteil von ihnen wird daher in staatlichen Tötungsstationen vergast.

    Sehr viel Wert wird in Japan darauf gelegt, dass Tiere die menschliche Gesellschaft beispielsweise durch Bellen oder ähnliche Laute nicht stören. Und so wirkt man dem entgegen, indem man ihnen schlicht und ergreifend die Stimmbänder durchtrennt. Als Zeichen japanischer Ahnenverehrung wird das Fell eines verstorbenen Hundes oft in Wohnungen aufgehängt.

    Haustierhaltung in Korea

    Jemenchamäleon

    Jemenchamäleon

    Über den tatsächlichen Haustierbestand in Korea gibt es keine offiziellen Zahlen, dennoch nimmt der Trend, ein Haustier zu haben, in den letzten Jahren zu. Man schätzt, dass in rund 18 % aller Haushalte ein Tier lebt, davon ungefähr 10 % der Bevölkerung einen Hund hat, gefolgt von Katzen und dem Modetrend zu exotischen Haustieren wie Bartagamen, Leopardgeckos, Chamäleons, Honduras-Milchschlangen, Strumpfbandnattern, Korallen, Zierfische und Insekten wie Nashornkäfer, Hirschkäfer und Grillen. Dieser Trend zum Haustier macht sich seit 1988 bemerkbar, da sich durch die Olympischen Spiele in Seoul der koreanische Markt geöffnet hat, sich die Großfamilie zur Kleinfamilie wandelt und so, nach und nach, das Bedürfnis nach emotionalem Austausch mit einem Haustier aufkommt. So gibt es erst seit einigen Jahren Futter für Hunde zu kaufen, die vormals von Speiseresten ernährt wurden. Ein völlig neuer Industriezweig boomt und treibt seltsame Blüten wie Hundekindergärten, zu denen die Tiere mit Bussen gefahren werden, oder Hundeschwimmbäder.

    Haustierhaltung in der Schweiz

    Die Schweiz ist bekannt für ihre vorbildlichen Bemühungen im Bereich des Tierschutzes bei Heim-, Nutz- und Wildtieren. Seit kurzem gibt es eine neue Tierschutzordnung hinsichtlich der Haltung von Heim-, Nutz- und Wildtieren, die zunächst ungewöhnlich erscheinen mag, aus Sicht der Tiere jedoch völlig logisch und längst überfällig ist: Meerschweinchen, Wellensittiche, Goldfische, Pferde und andere gesellig lebende Haustiere dürfen künftig nicht mehr einzeln gehalten werden Für sie muss nun ein Gefährte angeschafft werden, um artgerechtes Sozialverhalten ausleben zu können. Bei Vergehen drohen hohe Geldstrafen.

    Zusätzlich soll vermehrt Aufklärung bezüglich der richtigen Haltung von Haustieren betrieben werden und das möglichst schon im frühen Kindesalter, um frühzeitig ein Bewusstsein für artgerechten Umgang mit Haustieren zu entwickeln.

    Bauern sind ebenfalls gefordert: Sie müssen in Tierhaltung ausgebildet sein, Spaltenböden müssen abgeschafft und Kälber dürfen nur noch in Gruppen gehalten werden. Landwirte sehen diese Verordnungen bislang sehr kritisch, da ein finanzieller Mehraufwand auf sie zukommt, der jedoch hoffentlich vom Verbraucher belohnt wird. Auch müssen künftige Hundehalter einen mindestens 15-stündigen Kurs besuchen, um im richtigen Umgang mit des Menschen bestem Freund unterrichtet und ausgebildet zu sein.

    Haustierverwilderung und Probleme

    Dingo

    Dingo

    Wenn domestizierte oder in Gefangenschaft gehaltene Tiere, beispielsweise Zootiere, in die freie Natur entkommen, spricht man von Verwilderung. Ohne menschliche Versorgung sehen sie sich den Naturgesetzen und somit der natürlichen Selektion gegenüber.

    Aufgrund der Verpaarung mit ihren in Freiheit lebenden Artgenossen gefährden sie deren genetisches Stammmaterial. So kommt es auch, dass Wölfe und Wildkatzen durch Einkreuzung mit Haushunden und Hauskatzen in ihrem Bestand bedroht sind. Teilweise entstehen sogar eigenständige Populationen: Was der Dingo in Australien, der Mustang in Amerika, sind beispielsweise Streifenhörnchen in Europa. Verwilderte Zootiere sind Mandarinenten, Nilgänse oder Waschbären.

    Von Wiedereinbürgerung spricht man, wenn selten gewordene Wildtiere unter der Aufsicht von Menschen in natürliche Lebensräume ausgewildert werden; als Beispiel zählt hier der Braunbär, der in Österreich wieder beheimatet wird.

    Ein weiteres, bisher nur wenig beachtetes Problem verwilderter Haustierarten besteht in möglichen Veränderungen des Sozialverhaltens und deren Übertragung auf die Wildarten. Je näher Tierschutzgebiete an menschliche Siedlungen grenzen, desto mehr verliert sich die natürliche Scheu vor Menschen, was wiederum deren Fortpflanzungsverhalten dahingehend beeinflusst, dass der Fortpflanzungserfolg zurück geht.

    Ebenso können sich verwilderte Haustiere aufgrund der in Hülle und Fülle vorkommenden Nahrungsquellen in Städten und das Fehlen ihrer natürlichen Feinde derart stark vermehren, dass sie als Plage erlebt werden und der Mensch sie jagt, um ihren Bestand zu minimieren. Wer hat nicht schon von der Känguruhplage in Australien oder der Tauben-, Wildkaninchen- oder Waschbärplage gehört?

    Krankheitsübertragung durch Haustiere auf den Menschen

    Im Allgemeinen gilt, dass man eher durch Mitmenschen als durch Haustiere mit Krankheiten angesteckt werden kann. Immerhin lebt der Mensch seit vielen Jahrtausenden intensiv mit Tieren zusammen, ohne dass sein Überleben durch irgendwelche Krankheiten, die Tiere auf ihn übertragen haben, jemals auch nur annähernd bedroht gewesen wäre. Daher geht es auch nicht darum, Ängste hervorzurufen oder gar zu schüren. Im Gegenteil: Es geht darum, aufzuklären und zu informieren, damit durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen etwaige Ansteckungssituationen von vorneherein vermieden werden können.

    Dennoch können Tiere Überträger von Krankheitserregern sein, die mehr oder weniger schwere Krankheiten hervorrufen können. Dabei müssen sie selbst nicht krank sein, können aber Mikroorganismen ausscheiden, die beim Kontakt mit dem Menschen ansteckend sind. Man spricht in diesem Zusammenhang von Zoonosen. Gefährdet sind vor allen Dingen Kleinkinder, die noch über kein intaktes Immunsystem verfügen, oder Menschen, bei denen aus irgendeinem Grund die normale Funktion des Immunsystems unterdrückt oder vermindert ist. Aber auch hier besteht kein Grund zur Panik, denn es gilt als bewiesen, dass Kinder, die in den ersten Lebensjahren zu Tieren Kontakt haben, über ein deutlich besseres Immunsystem verfügen als andere, die ohne Tiere leben, und bis zu 50 % (!) weniger Allergien entwickeln.

    Die im Folgenden aufgelisteten möglichen Erkrankungen sind bei Einhaltung von Hygienevorschriften und korrekter Pflege und Haltung von vorneherein auszuschließen.

    Übertragungswege

    Meistens werden Krankheiten durch Streicheln und Hautkontakt übertragen. So befinden sich im Fell von Katzen Pilze, ebenso wie Zecken oder Flöhe und auf der Haut von Reptilien häufig Salmonellen.

    Andere Erreger wie der Tollwuterreger befinden sich im Speichel (Bisse) oder in den Exkrementen (Toxoplasmose), was vor allen Dingen in Sandkästen auf Spielplätzen ein erhöhtes Infektionsrisiko für Kleinkinder darstellt. Auch wenn das Lecken eines Hundes über einen süßen Kindermund niedlich aussehen mag, so beherbergt dies eine große Infektionsgefahr und sollte tunlichst unterbunden werden.

    Krankheiten und ihr Krankheitsbild

    Ein Glück, dass es nicht allzu viele Krankheiten gibt, die Tiere auf uns Menschen übertragen können und das Beruhigende, wir können uns optimal schützen, wenn wir gewisse Maßnahmen zu unserem Schutz ergreifen.

    Toxoplasmose
    Der Erreger Toxoplasmose Gondii befindet sich in den Exkrementen von Katzen. Katzen sind die einzigen Endwirte und scheiden Oozysten aus, die infektiöse Vorstufen der Toxoplasmen sind. Die Übertragung auf den Menschen kann dann beispielsweise durch Berührung kontaminierter Katzentoiletten geschehen. Die Hauptansteckungsquelle für den Menschen ist jedoch rohes Fleisch wie Tartar, Steaks medium gebraten oder kurz gereifte Rohwürste, da rohes Fleisch immer Gewebezysten der Toxplasmen enthalten kann, die jedoch durch ausreichendes Erhitzen beim Kochen oder Braten abgetötet werden. Infiziert sich eine schwangere Frau, so kann es beim Fötus zu schwerwiegenden Missbildungen oder gar zum Absterben kommen. Ein Bluttest einer schwangeren Frau gibt Hinweise auf Antikörper und ist daher ratsam.

    Fuchsbandwurm
    Eine eher seltene Erkrankung, deren Erreger sich häufig in schmutzigen Sandkästen befindet, die Leber angreift und nicht selten zum Tod führt.

    Tollwut
    Wird durch Bisse, also Speichel übertragen, befällt sämtliche Organe und führt zum Tod.

    Starrkrampf
    Kann durch einen Katzenbiss ausgelöst werden und zum Tod führen.

    Salmonellen
    Übertragung durch Hautkontakt, führt zu heftigen Reizungen im Verdauungssystem.

    Allergien
    Durch die bloße Anwesenheit eines Tieres oder eines Gegenstandes, der in Kontakt mit dem Tier war (Decke), zeigen sich bei allergisch reagierenden Menschen oftmals schon in Sekundenschnelle Reaktionen der Atemwege bzw. schwere asthmatische Anfälle. Häufig treten auch Rötungen, Juckreiz oder Nesselfieber auf. Diesem Dilemma entkommt man nur, wenn man den Kontakt mit dem entsprechenden Tier vollständig meidet.

    Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, überhaupt Allergien zu entwickeln, scheint es lt. amerikanischer Studien von Vorteil zu sein, Kinder bereits von Geburt an mit Tieren in Kontakt zu bringen, da diese deutlich weniger Allergien entwickeln als Kinder aus Haushalten ohne Heimtier und verblüffenderweise auch immun sind gegen sämtliche andere mögliche Allergien.

    Anders scheint es sich jedoch bei Kindern zu verhalten, deren Mütter bereits Asthma haben. Ihr Risiko an Allergien zu erkranken ist so hoch, dass der Kontakt zu Tieren möglichst gering gehalten werden sollte.

    Bindehautentzündung
    Durch Kontakt mit Augen- oder Nasensekreten eines Tieres auslösbar.

    Der Erwerb eines Haustiers

    Vor jedwedem Erwerb eines Haustiers sollte man sich Gedanken über Familien- und Wohnverhältnisse, Berufsleben und mögliche gesundheitliche Risiken wie Allergien machen und erst dann eine sorgfältige Entscheidung treffen. Denn nichts wäre schlimmer, als nach einer Weile festzustellen, dass man einem erworbenen Tier kein adäquates Umfeld bieten kann und es im Tierheim landet. Das Tier soll ja viele Jahre bleiben und sich wohl fühlen.

    Über artgerechte Haltung und Ernährung, notwendige tierärztliche Untersuchungen und entstehende Kosten kann unterstützend ein Tierarzt geben, der tagtäglich mit auftretenden Problemen konfrontiert wird. Kosten, die bei der Anschaffung eines Tieres häufig vergessen werden, sind die Hundesteuer, Tierhalterhaftpflichtversicherungen, Unterlaubsunterbringungskosten, aber auch notwendige Operationen.

    Möglichkeiten der Anschaffung

    Ist die Anschaffung bezüglich des Haustieres gefallen, so gibt es unterschiedliche Möglichkeiten des Erwerbs eines Tieres. Tierschutzvereine, Tierheime, Züchter oder Zoohandlungen, aber auch Privatpersonen können nach ihren Erfahrungen befragt und in die Entscheidung miteinbezogen werden.

    Tierheim

    Natürlich ist es schön, einem Tier aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu geben, dennoch gilt es einige Dinge zu beachten:

    • Informieren Sie sich über Charakter und Vorlieben eines möglichen Tieres genau und prüfen Sie, ob es mit seinen Bedürfnissen zu Ihnen passt, am besten, indem Sie entweder für einen gewissen Zeitraum stundenweise ins Tierheim gehen oder das Tier zeitweise zu sich nach Hause holen., oder mit im Gassi gehen.
    • Oft werden Tiere krankheitsbedingt dort abgegeben oder haben schon viel mitgemacht. Haben Sie Geld und Zeit für den Tierarzt? Dies gilt allerdings für jedes angeschaffte Tier, denn auch bei Jungtieren können Gesundheitsprobleme auftreten.
    • Bei der Entscheidung für ein älteres Tier, kann es sein, dass es schon viel erlebt hat und daher außergewöhnlich viel Zuwendung, Pflege und Zeit braucht. Es wäre für das Tier fatal, wenn man nicht mit ihm fertig würde und es erneut ins Tierheim käme. Ältere Tiere haben aber auch Vorzüge. So sind sie beispielsweise viel ruhiger, anhänglicher und schlafen viel mehr als junge Tier. Sie eignen sich daher auch gut für Berufstätige. Und wenn es mit Menschen bislang gute Erfahrungen gemacht hat, sollte auch das Zusammenleben mit einem neuen Besitzer nach einer gewissen Eingewöhnungsphase kein Problem sein.

    Tierhändler

    Hier ist große Vorsicht angeraten, da es sich oft nur um ein liebloses, rein Profit orientiertes „Verschachern“ von kurz vorher angekauften Tieren handelt. Mit dem Kauf eines solchen Tieres würde man unter Umständen den oft illegalen Handel mit Tieren unterstützen.

    Züchter

    Auch unter den Züchtern gibt es schwarze Schafe. So sollte man hellhörig werden, wenn ein Züchter mehr als 3 Rassen zum Verkauf anbietet. Die Zucht einer Rasse verlangt derart viel Wissen, Sorgfalt und Fürsorge, dass ein Züchten mehrerer Rassen oftmals nur unter suboptimalen Bedingungen für die Tiere durchgeführt werden kann. Wie jedoch kann man als Laie auf Nummer sicher gehen und ein artgerecht gezüchtetes Tier erwerben?

    • Informieren Sie sich über Züchter im Internet und dann vor Ort und nehmen vor allen Dingen eine im Umgang mit der entsprechenden Rasse erfahrene Person mit. Ein seriöser Züchter verfügt über einen Gewerbeeintrag vor Ort, auch Industrie- und Handelskammern können Auskunft geben.
    • Das Muttertier sollte unbedingt beim Wurf sein, auch sollte es möglich sein, den Vater zu besichtigen. Achten Sie darauf, dass das Abgabealter je nach Tierart unterschiedlich ist und prüfen Sie dies deshalb genau für Ihre Tierart, da die Prägung und Sozialisation durch das Muttertier für jedes Jungtier von elementarer Bedeutung ist. Je besser ein Tier sozialisiert wurde, desto sozialverträglicher, ruhiger und aufgeschlossener reagiert es später auf Reize von außen wie Alltagslärm, desto niedriger ist sein Angst- oder Aggressionsverhalten gegenüber den eigenen Artgenossen, anderen Tieren oder Menschen. Auf in der Sozialisierungsphase gemachte positive Erfahrungen greift ein Tier bei Bedarf zurück, ruft diese Erinnerungen ab und kann dann entsprechend erlernter Muster reagieren. Wenn dies nicht gegeben ist, oder es in dieser entscheidenden Phase negative Erfahrungen gemacht hat, werden ihm im Erwachsenenleben unbekannte Situationen Angst einflößen oder es angstaggressiv stimmen. Haben junge Tiere in dieser wichtigen Phase beispielsweise überhaupt keinen Kontakt zu Menschen, so reagieren sie in der Regel später sehr scheu auf sie und gehen niemals eine wirklich tiefe Beziehung ein.
    • Bei größeren Tierarten sollten vorhandene Papiere vom Verband anerkannt sein und der Stempel des Tierarztes im Impfpass sollte die Adresse eines Tierarztes in der Nähe aufweisen.
    • Alle für das Tier notwendigen Untersuchungen sollten durchgeführt und dokumentiert sein (Entwurmung, 1. Impfung) und die Tiere durch Tätowierungen oder Mikrochips gekennzeichnet sein.
    • Korrekte Haltungsbedingungen sind bei einem seriösen Züchter selbstverständlich. Dieser achtet auf gute Sozialisierung im Welpenalter, möglichst viele verschiedene Sinneseindrücke von Autofahren über spielende Kinder bishin zur Gewöhnung an Staubsauger. Auch ängstliche Tiere weisen auf ein gestörtes Verhältnis zum Menschen hin und können Hinweis auf Misshandlungen sein.
    • Seriösen Züchtern ist es eine Herzensangelegenheit, ihre Jungtiere in guten Händen zu wissen. So werden sie sich die in Frage kommenden neuen Halter ebenfalls genau ansehen und einiges wissen wollen. Sollte es nach dem Erwerb eines Tieres dennoch zu Problemen beim neuen Halter kommen, nehmen seriöse Züchter daher Tiere erfahrungsgemäß zurück.
    • Bezahlen sollte man erst für sein Tier, wenn man alle erforderlichen Papiere erhalten hat. Sie rechtfertigen auch den hohen Preis von Rassetieren.

    Sollte es in irgendeiner Form zu Problemen oder gar Streitigkeiten mit dem Züchter kommen, sollte man ihn unbedingt dem zuständigen Verein melden. Alternativ kann man sich auch an den Tierschutzverein wenden. Der entsprechende Züchter wird dann genau unter die Lupe genommen und Handlungsmaßnahmen werden ggf. eingeleitet.

    Ausland

    Einem Tier aus dem Ausland ein zu Hause zu geben, kann eine wirklich gute Tat sein und wird meistens mit lebenslangem Dank durch besondere Treue und Anhänglichkeit seitens des Tieres honoriert. Dennoch handelt es sich um ein äußerst komplexes Thema, bei dem man schon aus gesetzlichen und formalen Gründen nicht umhin kommt, sich gründlich damit auseinanderzusetzen. Zahlreiche Einreise- und Ausreisebestimmungen, die von Land zu Land variieren, sich obendrein immer wieder ändern und auch rasseabhängig unterschiedlich sind, müssen genauestens eingehalten werden.

    Manch einer mag sich fragen ‚was ist schon dabei, wenn ich einen Hund oder eine Katze aus Griechenland oder Italien ins Auto packe und mit nach Hause nehme?’. ANIMALUS sagt: Mehr als Sie denken! Das Stichwort Vogelgrippe und die damit verbundene Angst vor weiteren Seuchen haben uns längst vor Augen geführt, welch enormen Risiken mit der zunehmenden Globalisierung und dem beinahe uneingeschränkten Warenaustausch einhergehen. Ein Tier mag noch so niedlich aussehen und der Gedanke, es einfach mitzunehmen sehr verlockend sein. Dennoch kann es Krankheiten einschleppen, die es bei uns bislang überhaupt nicht gab oder die bereits ausgestorben sind, und gegen die unsere Tiere, die sich dann zwangsläufig anstecken, nicht immun sind.
    Gerade in heißen Ländern, in denen viele Hunde zudem herrenlos auf der Straße leben, gibt es viele Tierkrankheiten, die vor allen Dingen über Insekten übertragen werden. Seit längerem beobachten Wissenschaftler, dass durch die Klimaerwärmung Tierseuchen in bisher kühlere Regionen wandern. So nimmt eine über Sandmücken übertragene Erkrankung (Leishmaniose) in Italien seit einigen Jahren zu und ihre Infektionsherde haben sich bereits in Deutschland ausgebreitet.

    Eine weitere Gefahr: Bereits vorhandene Krankheitserreger vermischen sich mit neuen eingeschleppten und vermischen sich genetisch, so dass eine Bekämpfung der sich ständig verändernden Erreger irgendwann einmal nicht mehr sichergestellt werden kann und es zu einer Seuche kommt.

    Wir wollen keine Panik verbreiten, aber die Zeiten der Sorglosigkeit sind ebenfalls vorbei!Sollten Sie also mit dem Gedanken spielen, sich ein Tier aus dem Ausland mit nach Hause zu nehmen, ist der einzig verantwortungsvolle und effektivste Weg der zur jeweiligen Botschaft oder zum Fremdenverkehrsamt vor Ort.

    Aber auch seriöse Tierschutzvereine vermitteln Tiere, die untersucht wurden und deren mögliche Krankheiten bekannt sind. Erkundigen Sie sich am besten beim Deutschen Tierschutzbund e.V. unter www.tierschutzbund.de darüber, welche Vereine als seriös gelistet sind. Dort können Sie auch die Aktualität der Ihnen bekannten Einreise- bzw. Ausreisebestimmungen überprüfen.

    So dürfen Heimtiere, die nicht aus der Europäischen Union stammen nur in die EU eingeführt werden, wenn eine wirksame Tollwutimpfung nachgewiesen werden kann. Der Nachweis muss über eine Blutuntersuchung in einem von der EU anerkannten Labor erfolgen und bestätigen, dass sich im Blut Antikörper gegen das Tollwutvirus befinden - für Mitgliedsländer und gelistete Drittländer gibt es Erleichterungen. Nach der Blutuntersuchung müssen 3 Monate bis zur Einreise abgewartet werden. In der Regel sind die Tiere dann um die 7 Monate oder älter.

    Über einen Iso-Norm-Mikrochip, der dem Tier unter die Haut eingesetzt wird, muss zudem der Nachweis geführt werden, dass Impfdaten und Untersuchungsergebnisse zum jeweiligen Tier gehören.

    Bei der Einfuhr gilt das Port-of-Entry-Prinzip der EU. Es regelt die Einfuhruntersuchung von Tieren, die an der erstberührten oder angeflogenen Grenzkontrollstelle vorgenommen wird, auch wenn das Ziel ein anderer Mitgliedstaat ist. Informieren lohnt also!

    EU-Mitgliedsländer sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern.

    Gelistete Drittländer sind u.a. Andorra, Antigua/Barbuda, Ascension, Aruba, Australien, Bahrain, Barbados, Bermuda, Chile, Falklandinseln, Fidschi, Franz. Polynesien, Hongkong, Island, Jamaika, Japan, Kaimaninseln, Kanada, Kroatien, Liechtenstein, Mauritius, Mayotte, Monaco, Montserrat, Neukaledonien, Neuselland, Niederl. Antillen, Norwegen, San Marino, Schweiz, Singapur, St. Helena, St.Kitts / Nevis, St.Pierre / Miquelon, St.Vincent / Grenadinen, Russische Föderation, USA, Vanuatu, Vatikan, Wallis / Futuna.

    Die Liste wird ständig aktualisiert und kann auch im Internet eingesehen werden unter:
    http://europa.eu.int/eur- lex/lex/LexUriServ/site/de/oj/2006/l_004/l_00420060107de00030006.pdf

    Bei Nichteinhaltung dieser Bedingungen kommen auf den Tierbesitzer hohe Kosten für etwaige Rücksendungen oder mehrmonatige Quarantäne zu. Im schlimmsten Fall ist mit einer Tötung des Tieres zu rechnen. Von der Verantwortung uns allen gegenüber ist ganz zu schweigen!

    Überlegen Sie daher gut - unter Berücksichtung sämtlicher relevanter Informationen -, die Sie beim Amtstierarzt erfragen können, ob sich der Aufwand für die Einfuhr eines Heimtiers lohnt.

    Privat

    Hier sollte man auf den Umgang des Besitzers mit dem Tier und die Haltungsbedingungen vor Ort achten und das Tier mehrmals besuchen und beobachten, bevor Sie sich für den Erwerb entscheiden. So haben Sie die besten Voraussetzungen, ein Ihren Bedürfnissen entsprechendes Tier auszuwählen und seinen Charakter von Anfang an erkennen und formen zu können. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass ggf. keinerlei Kenntnisse über die Gesundheit oder Abstammung der Elterntiere bestehen und man unter Umständen ein Tier erwirbt, das Krankheiten in sich trägt, die sich vielleicht erst in der nächsten Tiergeneration entfalten.

    (Autor: ANIMALUS, 04.03.2009)



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